Lust am Qualm: Je höher die Steuer, desto geringer der Genuss

Der Zigarettenverkauf in Deutschland sank im vergangenen Jahr um fast sechs Prozent. Dies sei auf die Steuererhöhung bei Tabakerzeugnissen zurückzuführen, die zum 1. Januar 2012 eingeführt wurde. Bis zum Jahr 2015 wird die Tabaksteuer jährlich weiter steigen.

Den deutschen Rauchern vergeht die Lust am Qualmen. Im letzten Jahr wurden gerade mal 82,4 Milliarden Zigaretten verkauft, das entspricht dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag mitteilte, sank der Zigarettenverkauf in Deutschland auch im Vergleich zum Vorjahr um fast sechs Prozent.

Die Nachfrage nach Zigarren und Zigarillos sank sogar um zehn Prozent. „Diese Entwicklungen sind auf die zum 1. Januar 2012 erfolgte Steuererhöhung bei allen Tabakerzeugnissen außer Pfeifentabak zurückzuführen“, erklärten die Statistiker. Der von der Steuererhöhung verschonte Pfeifentabak wurde hingegen deutlich öfter gekauft. Der Absatz stieg innerhalb der letzten 12 Monate um 12,4 Prozent.

In den Jahren bis 2015 wird die Tabaksteuer sukzessive weiter angehoben. Zum Jahreswechsel werden die Verbraucher daher immer höhere Preise für ihre Tabakware zahlen müssen. Es bleibt abzuwarten, ob sich der Trend der sinkenden Absatzzahlen bei der Tabakindustrie fortsetzt. In den vergangenen Jahren haben nicht nur höhere Preise, sondern auch das gestiegene Gesundheitsbewusstsein zu dem geringeren Konsum von Zigaretten geführt. Auch die Ausweitung des Rauchverbotes in Nachtlokalen hat zu einem veränderten Konsumverhalten in Deutschland beigetragen.

Sehr deutlich wird dieses veränderte Bewusstsein, wenn man sich die Verkaufszahlen aus dem Jahr 2002 vor Augen führt: Damals wurden im Bundesgebiet noch 145 Milliarden versteuerte Zigaretten umgesetzt. Einen Aufschluss über die Auswirkungen des Schwarzmarktes auf diese Zahlen kann die Statistik vom Bundesamt jedoch nicht liefern.

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