Steuerbetrug: GfK-Türkei soll hochgradig korrupt sein

Das deutsche Marktforschungsinstitut GfK hat bei ihrem türkischen Tochterunternehmen Steuerbetrüger entdeckt. Die Steuersünder gehörten zum Management. Die GfK ist besorgt und möchte den Fall so schnell wie möglich aus der Welt schaffen.

Die Tageszeitung Hürriyet berichtet, dass die GfK aus Nürnberg durch einen Betrugsfall in ihrem türkischen Tochterunternehmen erschüttert wurde. Nach ersten Erkenntnissen des weltweit renommierten Marktforschungsinstituts habe das ehemalige Management des GfK Araştırma Hizmetleri A.Ş. über Jahre hinweg Steuern und Sozialversicherungsbeiträge hinterzogen. Die Hauptzentrale in Nürnberg habe sofort reagiert und eine Selbstanzeige in der Türkei getätigt. Ferner prüfe man gemeinsam mit türkischen Behörden strafrechtliche- und zivilrechtliche Maßnahmen gegen die Verantwortlichen einzuleiten, so ein Sprecher der GfK.

Pressemitteilung der GfK

Unterdessen hat die GfK im Rahmen einer Pressmitteilung erkärt, dass 21 Millionen Euro an Rückstellungen (Verbindlichkeiten, die hinsichtlich ihres Bestehens oder der Höhe ungewiss sind, aber mit großer Wahrscheinlichkeit eintreten werden) gebildet worden sind, um Nachzahlungen an den türkischen Fiskus tätigen zu können. Die Rückstellungen wurden im Geschäftsjahr 2012 gebucht. In 2012 habe die GfK im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzplus in Höhe von 10, 2 Prozent erzielt.

Unternehmensstruktur wird zentralisiert

Der GfK-Mitarbeiter, Stefan Gerhardt sagte im Gespräch mit den Deutsch Türkischen Nachrichten, dass man im Jahre 2009 beim türkischen Tochterunternehmen eine interne Prüfung durchgeführt habe. Zu dem Zeitpunkt seien keine Betrugshinweise zu erkennen gewesen. Es sei der Einführung eines einheitlichen Finanzsystems bei allen Tochterunternehmen der GfK zu verdanken, dass man den mutmaßlichen Betrug nun aufgedeckt habe, so Gerhardt. Insgesamt wolle man die Unternehmensstruktur der GfK zentralisieren. In der Vergangenheit lag eine dezentrale Struktur vor mit mehr Spielraum für ausländische Tochterunternehmen. Deshalb habe es so lange gedauert bis der Fall in der Türkei aufgedeckt werden konnte, so Gerhardt.

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