Vermisste US-Amerikanerin: Augenzeugen wollen sie gesehen haben

Das Schicksal der New Yorkerin Sarai Sierra erregt offenbar immer weitere Teile der Öffentlichkeit. Mittlerweile haben Augenzeugen Kontakt mit einer Stiftung für vermisste Personen aufgenommen. Sie behaupten, die 33-jährige US-Amerikanerin gesehen zu haben. Die Frau ist seit dem 21. Januar verschwunden.

„Einige Leute kommen und sagen, dass sie sie [Sarai Sierra] vor einer Woche gesehen haben“, so Zafer Özbilir von der Stiftung für Angehörige von vermissten Personen (YAKAD), zur türkischen Zeitung Hürriyet. Diese Leute, so fährt er fort, habe seine Organisation nun direkt an die Polizei verwiesen. Darüber hinaus würde man die Behörden bei der Suche nach der 33-jährigen zweifachen Mutter unterstützen. So wurde nun eine eigenen Suchkampagne gestartet, um die junge Frau ausfindig zu machen. Augenzeugen, so heißt es weiter, wollen Sarai etwa beim Fotografieren auf der Galata-Brücke, die über das Goldene Horn in Istanbul führt, beobachtet haben.

Eigentlich wollte die US-Amerikanerin bereits am 22. Januar zurück in die Staaten fliegen. Doch das Flugzeug, das sie von Istanbul nach New York bringen sollte, habe sie nach Angaben der Airline nie bestiegen (mehr hier). Nun seien YAKAD-Mitarbeiter mit einem Bus unterwegs und würden Flugblätter mit ihrem Foto und einigen Details über ihre letzten bekannten Aufenthaltsorte verteilen.

Derzeit rund 3000 Vermisste in der Türkei

Dieser so genannte „Bus der Hoffnung“, berichtet die Hürriyet, sei über und über mit Fotos von vermissten Personen bedeckt. Und das mit Erfolg: In der Vergangenheit habe die Organisation beim Aufspüren von gut 900 Menschen geholfen. Özbilir, ebenfalls Angehöriger einer vermissten Person, gibt an, dass im Augenblick etwa 3000 Menschen spurlos verschwunden seien. Der Fall von Sierra helfe nun nicht nur sie wieder aufzufinden, sondern mache auch das Engagement der Organisation stärker bekannt.

Derweil laufen auch die Ermittlungen der Polizei fieberhaft weiter. Zuletzt soll sie Kontakt zu einem Türken namens Taylan gehabt haben. Wie aus einem Online-Chat hervorgeht, wollten sich die beiden am 20. Januar in Galata treffen. Sarais Ehemann, Steven Sierra, hatte der Polizei Transkripte einiger ihrer Facebook-und Twitter-Korrespondenzen mit vier Türken übergeben, um den Beamten bei der Zusammensetzung des Puzzles zu helfen. Ob der erwähnte Mann jedoch tatsächlich Taylan heißt, ist bisher noch unklar.

Reise kostete US-Amerikanerin üer 10.000 Dollar

Erst am vergangenen Mittwoch wurde ein Video veröffentlicht, das die Vermisste in Sultanahmet und Taksim zeigt. Wie die Nachrichtenagentur Doğan zwischenzeitlich berichtet, habe auch der Besitzer des Hauses, in dem sich Sierra aufhielt erklärt, er habe die Frau seit dem 20. Januar nicht mehr gesehen. Die Familie selbst hatte zuletzt am 21. Januar Kontakt mit ihr. Drei Tage, nachdem sie am 12. Januar in der Herberge eingecheckt hatte, reiste Sarai nach Amsterdam bzw. München. Das Zimmer im Tarlabaşı Haus habe sie 222 Euro gekostet. Insgesamt sollen sich ihre Reiseausgaben auf mehr als 10.000 Dollar belaufen haben.

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