Von deutschen Behörden getrennt: Türkisches Mädchen ist jetzt wieder bei ihrer Mutter

Ein türkisches Mädchen, das vor sieben Jahren seiner leiblichen Mutter entzogen und in eine deutsche Familie gegeben wurde, ist jetzt wieder mit seiner biologischen Mutter vereint. Das emotionsgeladene Wiedersehen fand am vergangenen Mittwoch in der türkischen Provinz Sakarya statt.

Die tragische Geschichte von Elif Yaman beginnt, als sie gerade einmal zwölf Jahre alt ist. Damals entschlossen sich die deutschen Behörden, sie in eine christliche Pflegefamilie zu bringen. Der Grund: Ihre Mutter habe sich die Versorgung der Tochter nicht leisten können, da sie zum damaligen Zeitpunkt arbeitslos gewesen sei. Das berichtet die türkische Zeitung Zaman. Während das Mädchen in Deutschland blieb, wurde ihre Mutter allerdings zurück in die Türkei geschickt. Zuletzt konnten sich Mutter und Tochter vor drei Jahren sehen.

Hilfe bekam Elif nun durch den stellvertretenden türkischen Premier Bekir Bozdağ. Als dieser hörte, dass die junge Frau versuche, mit ihrer biologischen Mutter Kontakt aufzunehmen, half er sowohol ein Visum als auch ein Flugticket zu organisieren. Am vergangenen Montag war es dann endlich soweit: Elif bestieg ein Flugzeug gen Istanbul. Von dort wurde sie von Beamten nach Sakarya gebracht. Die erste Begegnung nach so langer Zeit fand schließlich in einem Hotel statt. Tränenüberströmt fielen sich die beiden in die Arme. Umgekehrt sorgte kürzlich ein Fall für Aufsehen, bei dem eine Mutter von ihrer Familie in Deutschland getrennt wurde (mehr hier)

Elif Yaman hat türkische Sprache verlernt

Im Gespräch mit den anwesenden Reportern dankte Elif Yaman dem Engagement Bozdağs und wies darauf hin, dass es in der Bundesrepublik viele türkische Kinder in deutschen Pflegefamilien gebe. Die lange Trennung war für die heute 19-Jährige nicht nur emotional belastend. Über die Zeit ist ihr auch das Türkische abhanden gekommen. Ihre Religion habe sie in ihrer Ersatzfamilie jedoch frei leben dürfen. Moscheebesuche gehörten ebenso dazu wie das Lesen im Koran.

Im Zuge des Wiedersehens reisten die beiden Frauen auch nach Ankara, um dort mit Bozdağ zusammenzutreffen. Der Politiker hofft nun, dass Elif im Laufe der Zeit wieder einen starken Bund zu ihrer Mutter aufbauen und die türkische Sprache wieder erlangen könne.

Derzeit, so berichtet die Zeitung weiter, befänden sich rund 4000 türkische Kinder in der Obhut des Jugendamtes. Viele wüchsen ohne ihre eigene Kultur und Traditionen auf. Insgesamt gibt es in Deutschland derzeit etwa drei Millionen türkischstämmige Migranten (mehr hier).

Mehr zum Thema:

Russisches Unfallopfer in der Türkei: Wurden jetzt seine Eltern gefunden?
Das Herz am rechten Fleck: Türkische Mutter rührt ganz Russland zu Tränen
Zahl der ausgesetzten Kinder in Europa steigt dramatisch

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.