Davutoğlu: Syrien profitiert von israelischer Attacke

Warum hat Assad nicht auf den israelischen Luftangriff reagiert? Während die Türkei vermutet, dass es eine geheime Abmachung zwischen beiden Ländern geben könnte, sagen andere: Syrien ist schlichtweg zu schwach.

Für den türkischen Außenminister Ahmet Davutoğlu hat die syrische Reaktion auf die israelische Attacke am Mittwoch Fragen aufgeworfen. Es gab nämlich keine. Der Luftangriff, bei dem zwei Menschen getötet worden sein sollen, führte zu keinerlei Konsequenzen.

„Warum hat die syrische Armee, die seit 22 Monaten das eigene Volk mit Jets und Panzern bekämpft, nicht auf die israelische Operation reagiert?“, so Davutoğlu. Für ihn lässt das nur eine Vermutung zu: „Ist da etwa eine geheime Abmachung zwischen Israel und Assad?“

Außenminister Davutoglu versteht nicht, warum es für den israelischen Angriff keine Konsequenzen gibt. Foto:flickr/World Economic Forum)

Außenminister Davutoglu versteht nicht, warum es für den israelischen Angriff keine Konsequenzen gibt. Foto:flickr/World Economic Forum)

Nicht nur die Türkei vermutet hinter der militärischen Attacke andere Pläne. Ein westlicher Diplomat behauptet in einem Gespräch mit der irakischen Zeitung Azzaman, dass Israel den Angriff auf den Fahrzeugkonvoi nur ausgeführt habe, um vom eigentlichen Ziel abzulenken: ein Forschungszentrum in der Nähe von Damaskus.

Am Mittwoch hatten die USA den Angriff auf einen Konvoi, der Waffen transportiert haben soll, bestätigt. Syrien behauptete dagegen, diese Attacke habe nicht stattgefunden, stattdessen sei besagtes Forschungszentrum bombardiert worden (mehr hier). In diesem Zentrum sollen syrischen Deserteuren zufolge sowohl konventionelle als auch chemische Waffen hergestellt werden, berichtet der Business Insider. Ein Transport dieser Waffen in den Libanon hätte Israel sicher zu einer größeren Attacke geführt.

Moshe Maoz, Syrien-Analyst an der Hebrew University, glaubt zu wissen, warum die syrische Reaktion so zurückhaltend ausgefallen ist. „Syrien ist derzeit in einem so schlechten Zustande, dass eine israelische Vergeltungsmaßnahme zu hart gewesen wäre und das Regime gestürzt hätte“, so Maoz.

Davutoğlu meint dagegen, der Angriff würde auch Assad in die Hände spielen. So könne er Solidarität von anderen muslimischen Staaten fordern, die sich bisher weitgehend von ihm abgewendet haben.

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