USA: Terroristen finden keinen Nachwuchs mehr

Die Muslime in den USA lehnen Al Qaida und Islamismus ab. Trotzdem werden sie von der Strafverfolgungsbehörde als Gefahr eingestuft. Doch der Überwachungsapparat ist ein Problem für alle US-Bürger.

Es leben insgesamt 2,6 Millionen Muslime in den USA. Somit machen sie einen Anteil von 0,8 Prozent der Gesamtbevölkerung aus, so eine Erhebung des Pew Research Center. Auffällig ist zudem, dass Muslime auch weniger an Delikten wie zum Beispiel Geldwäsche oder zivilrechtlichen Falschaussagen im Zusammenhang mit Terrorakten beteiligt gewesen sind. Hier wurden in 2012 nur sechs und 2011 nur acht Personen angeklagt. 2010 waren das noch 21 Personen.

Die nackten Zahlen müssten dagegen beruhigend auf die Bevölkerung wirken. Seit 9/11 seien 33 Amerikaner als Folge von terroristischen Anschlägen ums Leben gekommen, so Kurzman. Allein im vergangenen Jahr sind dagegen 66 Amerikaner bei Amokläufen getötet worden, doppelt so viele wie in über zehn Jahren durch islamistische Anschläge.

Muslime werden staatlich diskriminiert

Unglücklicherweise, stellt Kurzman fest, werden Muslime von den US-Sicherheitsbehörden als potentielle Gefahr gesehen. Doch wichtig sei hier der Umstand, dass man einen Trend erkennen könne. Der im Jahr 2001 verabschiedete Patriot Act ermögliche es den Sicherheitsbehörden, die Rechte und Freiheiten aller US-Amerikaner zu beschneiden. Strafverfolgungsbehörden können Hausdurchsuchungen, Festnahmen, Telefon- und Internet-Überwachungen, Einsicht in alle persönlichen Daten und „förderliche Verhörmethoden“, also Folter vornehmen, ohne belangt zu werden.

„Die Frage ist hier nicht nur, wie wir eine religiöse Minderheit behandeln, sondern auch, wie ernst wir unsere persönlichen Freiheitsrechte nehmen“, so Kurzman.

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