Anschlag auf US-Botschaft: DHKP/C bekennen sich

Was die türkische Regierung bereits am Freitag erklärte, wurde jetzt auch von den Tätern selbst bestätigt. Einen Tag nach dem Anschlag auf die US-Botschaft in Ankara bekannte sich die linksextremistische Terrororganisation DHKP / C zu der Tat. Der Selbstmordattentäter soll aus Deutschland illegal in die Türkei eingereist sein.

Die  linksextremistische Terrororganisation, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, habe das Attentat auf die US-Botschaft in Ankara mit der Politik der Vereinigten Staaten im Irak, in Syrien, Ägypten und Libyen begründet und den USA Völkermord vorgeworfen. Die Türkei werde hier als „Sklave“ benutzt. Als Marionette der USA müsse nun auch Recep Tayyip Erdoğan mit einem Anschlag rechnen. Eine entsprechende Erklärung habe die DHKP/C im Internet veröffentlicht.

Ecevit Şanlı hat bereits 1997 einen Anschlag verübt

Bereits zuvor hatte der türkische Premier Berichte bestätigt, wonach der Angreifer ein 30-jähriges Mitglied der DHKP / C gewesen sein soll (mehr hier). Der Täter wurde als Ecevit Şanlı identifiziert, der zuvor einige Zeit im Gefängnis verbracht haben soll.  „Der Selbstmordattentäter zündete die Bombe direkt nach der Passierung[des Personaleingangs] und starb bei der Explosion. Ein Muttermal auf dem Kopf beweist, seine Identität, aber ein DNA-Test muss noch durchgeführt werden, um sicher zu gehen. Es ist klar, dass er ein Mitglied der DHKP / C ist. Er hat solche Attacken bereits zuvor verübt“, so der Premier während eines Live-Interviews mit Haberturk. Gleichzeitig dementierte er Gerüchte, wonach der Anschlag mit der Syrienpolitik der Türkei zusammenhänge.

Wie auch das Gouverneursbüro in Ankara bestätigte, habe Şanlı 1997 einen Anschlag auf ein militärisches Gästehaus in Istanbul verübt. Für seinen Angriff mit einem Flammenwerfer saß er von 1997 an mehrere Jahre im Gefängnis. Dort, in der Haftanstalt von Ümraniye, beteiligte er sich 2000 an einem Hungerstreik. Şanlı, der am Wernicke Korsakoff-Syndrom litt, wurde darauf hin im Jahr 2001 auf Bewährung entlassen. Danach, so informierte Innenminister Muammer Güler, habe er das Land verlassen und sei in der Türkei polizeilich gesucht worden.

Bei dem Anschlag am vergangenen Freitag nutzte er sechs Kilogramm TNT und einen elektronischen Zünder. Während der Attacke zündete er auch eine Handgranate. Er soll versucht haben die US-Botschaft mit einem falschen Ausweis zu betreten.

Attentäter stellte sich als deutscher Staatsbürger vor

Wie die türkische Hürriyet berichtet, habe sich Ecevit Şanlı zuvor in Deutschland aufgehalten. Als er mit illegalen Papieren über die griechischen Inseln in die Türkei gelangte, sei er jedoch nicht verhaftet worden. Dem Sicherheitspersonal der Botschaft habe er sich als deutscher Staatsbürger vorgestellt. Derzeit würde die Behörden ermitteln, wer dem Attentäter bei seiner Einreise geholfen haben könnte. Das türkische Außenministerium habe hierzu die deutschen Behörden kontaktiert und auch das CIA sei in die Ermittlungen eingeschaltet (mehr hier). Wie der türkische TV-Sender TRT berichtet, seien im Zusammenhang mit dem Anschlag bereits am vergangenen Samstag drei Personen festgenommen worden.

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