Tote Frau in Istanbul gefunden: Alles deutet auf Sarai Sierra hin

Tagelang hat die türkische Öffentlichkeit gemeinsam mit der Familie der US-Amerikanerin Sarai Sierra gebangt. Jetzt scheint es traurige Gewissheit: Die seit 21. Januar 2013 vermisste 33-Jährige ist offenbar tot. Die Mutter zweier neun und elf Jahre alten Kinder ist vermutlich einem Verbrechen zum Opfer gefallen.

Mehr als eine Woche gingen die türkischen Behörden den Spuren der 33-jährigen New Yorkerin Sarai Sierra nach. Mit Unterstützung des FBIs verfolgte man ihre Wege und Konversationen zurück, sichtete Bänder von Überwachungskameras und prüfte Berichte von Augenzeugen. Auch die Familie der jungen Frau schaltete sich ein. Bruder und Ehemann der Vermissten reisten Anfang vergangener Woche in die Türkei, um die Ermittlungen vor Ort zu begleiten.

Polizei soll Identität von Sarai Sierra bestätigt haben

Am vergangenen Samstagabend dann die Schreckensnachricht. Die Leiche einer jungen Frau wurde in der Nähe der historischen Stadtmauer im Istanbuler Distrikt Sarayburnu aufgefunden. Schnell machten Gerüchte die Runde: Handelt es sich bei der Toten etwa um Sarai Sierra? Mittlerweile scheint das traurige Gewissheit. Die türkischen Sicherheitskräfte nahmen mindestens elf Personen, zwei davon Frauen, im Rahmen der Untersuchung des Falles fest. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet. An diesem Sonntag, so schreibt auch die Zeitung Zaman, würden sie von der Polizei, die später die Identität der Toten bestätigt haben soll, vernommen. Ob darunter auch der zuvor aufgetauchte Taylan sei, wurde nicht bekannt. Immerhin wurde die Leiche nahe der Galata Brücke aufgefunden, wo sie sich angeblich mit ihm habe treffen wollen. Das geht zumindest aus den gemeinsamen Internetkonversationen hervor.

Autopsie steht für diesen Sonntag an

Wie die Polizei mitteilte, deute alles darauf hin, dass Sierra erstochen worden sei. Entsprechende Verletzungen habe ihr Abdomen aufgewiesen. Daneben habe sie Verletzungen am Kopf gehabt. Sie trug eine Jeans, einen Pullover und eine Jacke. An ihrem Körper befanden sich noch alle Ohrringe und ein Armband. Eine Autopsie wurde für diesen Sonntag angeordnet. Die Kleidung der Toten, ein zusätzliches Paar Schuhe, die sie bei sich hatte, Alkoholflaschen und ein zerbrochenes Stück Glas, das die Behörden am Tatort vorfanden, wurde ebenfalls zur weiteren Untersuchung verbracht.

Wie der türkische Privatsender NTV berichtete, habe die Polizei, unbestätigten Angaben zufolge, neben der Leiche auch Sarais Führerschein gefunden. Zudem, das meldet die Nachrichtenagentur Anatolia, deute alles darauf hin, dass Sarai an einem anderen Ort ermordet und dann an die Fundstelle gebracht worden sei, um sie dort zu verstecken. Kurz nachdem die Tote entdeckt wurde, habe sich zudem eine Frau bei der Polizei gemeldet, die in der Nacht vom 29. Januar in der Nähe der Stelle ein weißes Auto bemerkt haben will. Ein Mann habe versucht, etwas aus dem Fahrzeug verschwinden zu lassen. Da wolle sie die Hand einer Frau erkannt haben.

Die Familie der Toten hatte letztmals am 21. Januar Kontakt zu ihr. Einen Tag, bevor sie eigentlich zurück in die Vereinigten Staaten reisen wollte. Seit 7. Januar war sie allein in der Türkei unterwegs und legte Zwischenstopps in Amsterdam und München ein. Noch am vergangenen Freitag hatten die Behörden Hoffnung, die US-Amerikanerin doch noch lebend zu finden. Darauf deuteten Aktivitäten auf ihrem Telefon hin, das nach ihrem Verschwinden zweimal benutzt worden war (mehr hier). Einer von Sarais letzten bekannten Kontakten soll ein Türke namens Taylan gewesen sein (mehr hier).

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