Mord an Sarai Sierra: Polizei räumt mit Gerüchten auf

Nach dem grausigen Fund am vergangenen Samstag brodelte die Gerüchteküche. Wurde die vermisste US-Amerikanier Sarai Sierra erstochen oder erschlagen? Was ist mit den angeblich verhafteten Verdächtigen? Jetzt räumt die Istanbuler Polizei mit den Spekulationen auf.

Die New Yorkerin Sarai Sierra, die seit dem 21. Januar als vermisst galt, wurde mit einer einzigen Einwirkung auf ihren Kopf getötet. Das wurde nun von der Istanbuler Polizei bestätigt. Die Frau wurde am vergangenen Samstag mit schweren Schädelverletzungen im Istanbuler Distrikt Sarayburnu in der Nähe der historischen Stadtmauer aufgefunden. An ihrem Körper habe es, entgegen anderslautender Medienberichte, allerdings keine weiteren Verletzungen gegeben (mehr hier). Das stellte der stellvertretende Leiter des Istanbuler Büros für öffentliche Sicherheit, Yener Ülgütol, im Gespräch mit der türkischen Zeitung Hürriyet heraus.

Auch Gerüchte, wonach bereits am vergangenen Wochenende mindestens elf Verdächtige in Zusammenhang mit der Tat festgenommen worden seien, wies er zurück. Es seien lediglich 22 Personen, darunter zwei Frauen vernommen worden.

Sierra könnte schon kurz nach dem 21.1. getötet worden sein

Neben der Leiche von Sarai Sierra, so heißt es weiter, seien auch ihr Schmuck, ein goldener Ring und ein goldenes Armband aufgefunden worden. Auch ihre Halskette sei noch da gewesen. Ihr Tablet-PC und ein Handy würden allerdings fehlen. Nun warte die Polizei auf Informationen von Gmail, um Aufschluss über die letzten Kontakte der zweifachen Mutter zu erhalten. Sobald Google diese liefere, würden die Daten über Interpol weitergegeben. Ebenfalls aufgefunden wurde am Tatort eine Decke, die laut Polizei darauf hindeute, dass Sarai an einem anderen Ort ermodet und dann an die Fundstelle geschafft worden sei.

Noch am vergangenen Samstag wurde der Leichnam der 33-Jährigen zur Autopsie ins Forensische Institut überstellt. Nach Angaben von Ülgütol gebe es keine Hinweise auf sexuellen Missbrauch. Weitere Ergebnisse stünden noch aus. Die Polizei geht derzeit jedoch davon aus, dass Sarai offenbar kurz nach ihrem Verschwinden am 21. Januar umgebracht worden sein könnte und der Zerfall des Körpers durch das kalte Wetter verlangsamt wäre.

Rund 260 Polizisten suchten nach der New Yorkerin

Weiterhin räumte der Beamte mit Spekulationen auf, dass die US-Amerikanerin möglicherweise als Drogenkurier gearbeitet habe. Für einen solchen Schluss gäbe es keinerlei Beweise. Nach Angaben des FBI (mehr hier) hatte Sarai noch nicht einmal Vorstrafen. Auch das Gerücht, dass sie im Laufe ihrer mehrwöchigen Reise gute 15.000 Dollar ausgegeben habe, entspräche nicht den Tatsachen. Sie sei vernünftig mit ihrem Geld umgegangen. Lediglich zweimal habe ihr Ehemann Steven Geld angewiesen. Einmal 350 Dollar und ein weiteres Mal 150 Dollar. Auf größere Transaktionen gebe es ebenfalls keine Hinweise.

Ebenso untersucht würden derzeit die Gründe, warum Sarai einen Abstecher nach Amsterdam und München unternommen hatte. In den Niederlanden soll sie sich mit einer Internetbekanntschaft getroffen haben. Seit 25. Januar haben rund 260 Polizeibeamte nach ihr gesucht.

https://www.youtube.com/watch?v=g5k7tRUGd-k

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