OECD-Bericht zur Arbeitsmigration: SVR fordert weiteren Imagewandel

Das Zuwanderungsrecht für Hochqualifizierte wurde in Deutschland längst liberalisiert. Doch vielen Fachkräften im Ausland ist das nicht bekannt. Nun soll Werbung dafür gemacht werden.

Die Vorsitzende des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR), Professor Dr. Christine Langenfeld, hat sich zum jüngsten OECD-Bericht geäußert. In einer entsprechenden Mitteilung, die den Deutsch Türkischen Nachrichten vorliegt, wird zwar darauf hingewiesen, dass Deutschland die „Zuwanderungsregelungen für Hochqualifizierte stark liberalisiert hat“. Doch dies sei nur wenigen Menschen im Ausland bekannt.

Deshalb empfiehlt Langenfeld den deutschen Auslandsbotschaften Migrationsbeauftragte einzustellen, die potentielle hochqualifizierte Einwanderer ausgiebig informieren. Allerdings sei es nicht nur eine staatliche Aufgabe die Zuwanderung von Fachkräften (auch ohne Hochschulabschluss) zu fördern, sondern auch die der Unternehmerverbände und Handelskammern. Berufsbezogene Sprachkurse seien ebenfalls wichtig, um die gesellschaftliche Integration der Bewerber zu fördern.

OECD-Bericht zur Arbeitsmigration

Dem OECD-Bericht zufolge, kommen im internationalen Vergleich weniger Fachkräfte dauerhaft nach Deutschland (mehr – hier). Dabei wird in dem Bericht betont, dass qualifizierte Menschen es grundsätzlich leicht haben nach Deutschland zu kommen. Doch deutsche Unternehmen würden sich nur selten die Mühe machen, ihren Personalbedarf durch Fachkräfte aus dem Ausland zu decken.

In einer Unternehmensbefragung der OECD bezüglich 2010/11 wurde nach den Gründen gefragt. Die Mehrheit der Unternehmen gab an, dass die Möglichkeit ausländischer Fachkräfte zur Deckung des Personalmangels gar nicht in Erwägung gezogen wurde. Für andere war die Anwerbung aus dem Ausland zu kompliziert oder es wurden unzureichende Deutschkenntnisse befürchtet. Darüber hinaus stellt der Bericht fest, dass Personen mit mittlerer Qualifikation (Fachberufe) die schlechtesten Karten hätten, denn bei ihnen bestehen enorme rechtliche Hürden (mehr – hier).

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