Erdoğan: EU muss sich von Terrororganisationen distanzieren

Klare Ansage des türkischen Premiers Recep Tayyip Erdoğan: Die Europäische Union müsse sich von den terroristischen Organisationen distanzieren. Während einer Pressekonferenz in Prag beklagte er zugleich die „mangelnde Unterstützung der EU“ im Kampf der Türkei gegen den Terrorismus.

Die jüngste Kritik des türkischen Premiers Erdoğan um das Thema Terrorismus, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, ziele auf die Nachlässigkeit der EU-Staaten im Hinblick auf die jüngsten Ereignisse in Europa, aber auch mit Blick auf die Terrorattacke auf die US-Botschaft in Ankara am 1. Februar (mehr hier).

Der Attentäter von Ankara, Erdem Şanlı, etwa lebte vor dem Selbstmordanschlag am vergangenen Freitag in Deutschland. Kurz zuvor, am 9. Januar, kamen in Paris drei kurdische Aktivistinnen bei einem Mord ums Leben (mehr hier). Deren Mörder werden nun von Interpol gesucht. Über die potentielle Bedrohung, so Erdoğan weiter, haben man die französischen Behörden bereits im Vorfeld informiert. Im Gegenzug erfahre man allerdings nicht die gleiche notwendige Unterstützung aus Europa.

Europa soll Verdächtige an die Türkei ausliefern

Selbst wenn die Türkei die zuständigen Behörden über Verdächtige oder mögliche Terrorkate informiere, würden diese keine Aufmerksamkeit erhalten. Man erkläre vielmehr, dass man da schon selbst dran wäre. Statt so zu verfahren, wäre es nach Ansicht des Premiers jedoch viel sinnvoller, wenn die EU die Verdächtigen direkt an die Türkei ausliefere. „Wir müssen einen gemeinsamen Kampf gegen den Terror haben. Die Europäische Union muss sich von den terroristischen Organisationen distanzieren“, so Erdoğan. Gleichzeitig warnte er vor weiteren Anschlägen in Europa.

Ein erstes Signal erreichte den Premier nun übrigens aus Berlin. Kurz vor Antritt seines Türkeibesuches am kommenden Dienstag hat Innenminister Hans-Peter Friedrich der Türkei seine Unterstützung im Kampf gegen den Terror signalisiert.  Wenn er etwas tun könne, sei er bereit, seinen Teil beizutragen. (mehr hier).

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