Ehrenmord: Vater der Kurdin Arzu Ö. erhält Haftstrafe

Der Vater der ermordeten Arzu Ö. muss wegen Beihilfe zum Mord eine Freiheitsstrafe verbüßen. Die Familie der ermordeten Kurdin hatte entschieden, Arzu Ö. umzubringen. Doch Opfer von Ehrenmorden sind nicht nur Frauen, sondern auch Männer.

Nun ist der Urteilsspruch erfolgt. In einem weiteren Prozess um den Mord an der Kurdin Arzu Özmen hat das Landgericht Detmold den Vater Fendi Özmen wegen Beihilfe zum Mord schuldig gesprochen. Er wird sechseinhalb Jahre ins Gefängnis müssen. Die junge Kurdin wurde im November 2011 von ihren fünf Brüdern durch Kopfschuss getötet, da sie einen deutschen Freund hatte. Mitte Januar 2012 fand man die Leiche an einem Golfplatz in Schleswig-Holstein. Der Vater soll seine Söhnen bei dieser rechtswidrigen Tat geholfen haben (mehr – hier). Die Familie Özmen gehört der yezidisch-kurdischen Glaubensgemeinschaft an, die haupsächlich am türkisch-irakisch-iranischen Grenzgebiet vorzufinden ist. Die Heirat mit Angehörigen anderer Konfessionen oder Religionen ist strikt untersagt bei den Yeziden. Konvertieren kann man auch nicht zum Yezidentum.

Auch Männer Opfer von Ehrenmorden

2011 wurde vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht, Freiburg eine Studie zu den in Deutschland zwischen 1996 bis 2005 stattgefundenen Ehrenmorden erstellt. Die Untersuchung kam zu einem interessanten Ergebnis. So fanden in diesem Zeitraum insgesamt 109 Ehrenmorde statt. 47 Opfer waren männlich und 62 Opfer waren weiblich, so die Studie (mehr – hier).

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