Mordfall Sarai Sierra: Autopsiebericht erst in drei Monaten erwartet

Am vergangenen Samstag wurde die Leiche der vermissten US-Amerikanerin Sarai Sierra gefunden. Die umgehend veranlasste Autopsie ist mittlerweile abgeschlossen. Auf den fertigen Bericht müssen Angehörige und Polizei nun allerdings drei Monate warten. Dieser lange Zeitraum soll auf Grund der „speziellen Situation“ nötig sein.

Die Nachrichten rund um die New Yorkerin Sarai Sierra haben sich in den vergangenen Tagen überschlagen. Die 33-jährige Mutter zweier Kinder war vor gut zwei Wochen während ihrer Türkeireise verschwunden. Allein war die junge Frau in Istanbul unterwegs. Zuletzt kontaktierte sie ihre Familie in den USA am Morgen des 21. Januars, kurz bevor sie wieder nach Hause fliegen wurde. Doch den Flug hat sie nie bestiegen. Stattdessen wurde sie elf Tage später tot von der Polizei aufgefunden (mehr hier).

ATK erbittet sich mehr Zeit für Autopsiebericht

Noch am vergangenen Montag, zwei Tage nach ihrer Entdeckung, waren die Beamten mit Spürhunden am Tatort zugange, um in der unmittelbaren Umgebung der historischen Stadtmauer weiteres Beweismaterial zu sichern. Inzwischen hat das Institut für Forensische Medizin (ATK) die Autopsie des Leichnams von Sarai Sierra abgeschlossen. Mit einer Veröffentlichung des Berichts ist nach Angaben der Nachrichtenagentur Anatolia jedoch erst in drei Monaten zu rechnen. Generell würden Autopsieberichte in der Türkei maximal zweieinhalb Monate in Anspruch nehmen. Doch wie das ATK erklärte, sei das eine „spezielle Situation“, weshalb man auch mehr Zeit benötige.

Bereits am vergangenen Sonntag hatte die Polizei bestätigt, dass die US-Amerikanerin vollständig bekleidet aufgefunden worden sei. Auch ihr Schmuck sei noch da gewesen. Gefehlt habe allerdings ihr iPad und ihr Handy der Marke Samsung Galaxy. Zuletzt gab es Hoffnung, sie lebend zu finden, weil sie ihr Mobiltelefon noch Ende Januar benutzt haben soll (mehr hier). Derartige Berichte wies die Polizei nun allerdings als falsch zurück. Bisher habe es auch noch keine Verhaftungen gegeben, obschon mittlerweile Dutzende verhört worden seien. Auch der in den Medien als Taylan bekannte letzte Kontakt der Frau, gelte nicht als Tatverdächtiger. Nach wie vor, so berichtet die türkische Zeitung Zaman, würden die Beamten damit beschäftigt sein, ihre Online-Kommunikation auszuwerten. Die Zeitung selbst durchforste unterdessen Instagram. Dort hatte Sarai ihre Reise nach Istanbul sowie ihre Abstecher nach München und Amsterdam dokumentiert.

US-Konsulat lobt Zusammenarbeit mit türkischer Polizei

Am vergangenen Montag kamen nun ihr Ehemann Steven und ihr Bruder David Jimenez, die in der letzten Woche in die Türkei gereist waren, mit Beamten des US-Konsulats und den Ermittlern auf der Polizeistation in Gayrettepe zusammen. In diesem Zusammenhang lobten die US-Behörden die Zusammenarbeit mit den türkischen Kollegen. „Wir danken der türkischen Regierung für ihre umfangreichen Bemühungen, Ms. Sierra ausfindig zu machen. Wir haben in diesem Fall das höchste Niveau der Zusammenarbeit erreicht und erwarten dies auch im weiteren Verlauf der Untersuchungen. Wir sind auch dankbar für die vielen Beileidsbekundungen, die wir aus der türkischen Bevölkerung erhalten haben.“

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