Türkei: Erdoğan lockt Investoren mit türkischer Staatsbürgerschaft

Die mangelnde Reisefreiheit für türkische Staatsbürger in der EU behindert die türkischen Geschäftsbeziehungen. Premier Erdoğan dreht den Spieß nun um und sagt den Tschechen bei seinem Staatsbesuch: Wer in die Türkei investiert, erhält die türkische Staatsbürgerschaft.

Der türkische Premier Erdoğan hat sich auf einem Treffen zwischen türkischen und tschechischen Geschäftsleuten in Prag über die restriktive Visaregelung der EU beschwert (mehr – hier). Dies wirke sich auch nachteilig auf die wirtschaftliche Entwicklung aus. Die Türkei dagegen verhalte sich anders und unterstütze alle Geschäftsbeziehungen.  „Jeder Tscheche, der bei uns Investitionen tätigt, wird von uns die türkische Staatsbürgerschaft erhalten“, erklärt Recep Tayyip Erdoğan.

Die Türkei könne ihre Investitionen dagegen nicht so einfach realisieren. „Unsere Geschäftsleute haben ein großes Interesse daran, Investitionen in der Tschechischen Republik zu tätigen. Doch die Visaregelungen der EU machen derartige Ambitionen zunichte“, so Erdoğan.

Derzeit sei das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern sehr gering. Die Türkei habe im Jahr 2012 Waren im Wert von 240 Milliarden Dollar importiert. Davon fielen nur 1,4 Milliarden Dollar auf tschechische Exportunternehmen. Im Gegenzug haben türkische Exportunternehmen Waren im Wert von 1,3 Milliarden Dollar auf dem tschechischen Markt absetzen können. Der Gesamtexport betrug 152 Milliarden Dollar (mehr – hier).

Im Bereich der tschechischen Direktinvestitionen sei das Volumen in der Türkei auf mittlerweile 2 Milliarden Dollar angewachsen. Diese Investitionen seien vor allem im Energiesektor getätigt worden. Ein Beispiel dafür sei Škoda. Der Automobilhersteller habe einen Großauftrag im Bereich des öffentlichen Verkehrs in der Türkei erhalten.  Ein Beispiel möchte ich hier nennen. Škoda hat im vergangenen Jahr einen Großauftrag im Bereich des öffentlichen Verkehrs, in der Provinz Konya, erhalten. Bereits geplant seien neue Projekte.

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