Fußball-Wettskandal: Türkischer Fußballverband will mit FIFA und Interpol kooperieren

Der Vorsitzende des Türkischen Fußballverbandes Yıldırım Demirören hat angekündigt, dass man von der FIFA über die jüngsten Erkenntnisse von Europol bezüglich des gigantischen Wettskandals informiert würde. Gleichzeitig stellte er heraus, dass man „das Problem gemeinsam lösen“ wolle.

„Interpol und die FIFA arbeiten gemeinsam an der Sache und wir sind sicher, dass die FIFA uns jedes Detail über den Wettskandal mitteilen wird“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet Verbandspräsident Demirören. „Bisher kennen wir keine Details. Doch die werden wir bekommen“, erklärte er am Adnan Menderes Airport von İzmir.

Wie Europol am vergangenen Montag mitteilte, sollen 380 Spiele manipuliert worden sein. Europol spricht von mehr als 425 Spielern, Schiedsrichtern und weiteren Offiziellen, die in den Skandal involviert sein sollen. Auch Deutschland soll betroffen sein. Der Skandal erstreckt sich sogar auf Partien der Champions League sowie der WM- und EM-Qualifikation (mehr hier). Betroffen sein sollen in diesem Fall auch 79 Spiele, die in der Türkei stattgefunden haben. Das sind die meisten Matches, abgesehen von Begegnungen in Deutschland und der Schweiz.

„Soweit wir den Berichten gefolgt sind, gibt es derzeit 79 Spiele in der Türkei, die unter die Lupe genommen werden“, so Demirören weiter. „Was auch immer dabei heraus kommt, wir werden mit Interpol und der FIFA kooperieren, um das Problem gemeinsam zu lösen.“ Es sei richtig, dass die Wetten mit zunehmender Wirtschaftskraft ebenfalls steigen würden. In diesen Sektor würde auch viel Schwarzgeld fließen. Man müsse alles tun, um das zu verhindern. Das betreffe jedoch nicht nur den türkischen Verband. Das Ganze sei eine globale Angelegenheit.

Yıldırım Demirören hatte den Posten im vergangenen Jahr bereits unter schwierigen Bedingungen von Mehmet Ali Aydınlar übernommen. Damals steckte das Land im größten Spiele-Manipulationsskandal seiner Geschichte. Insgesamt 93 Fußballvereine, Offizielle, Spieler und Trainer waren betroffen. Damals erklärte der TFF die Vereine für nicht schuldig (mehr hier).

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