Trauer um Sarai Sierra: Familie der Toten dankt türkischen Behörden

Noch Anfang vergangener Woche waren Ehemann und Bruder voller Hoffnung in die Türkei gereist. Jetzt ist die US-Amerikanerin Sarai Sierra tot. Ihre Familie ist am Boden zerstört. Dennoch gilt ihr Dank allen türkischen Augenzeugen, Beamten und Polizisten, die ihre Sorgen geteilt und sie bei der Suche nach ihrer Tochter unterstützt haben.

Noch wird der Tod der US-amerikanischen Touristin Sarai Sierra für ihre Angehörigen kaum zu fassen sein. Erst vor ein paar Tagen wurde ihr Leichnam aufgefunden. Die Ermittlungen dauern an. Wer das grausige Verbrechen begangen hat, ist noch immer unklar. Doch obschon noch viele Fragen offen sind (mehr hier), dankt Sarai Sierras Mutter, Betzaida Jimenez, schon jetzt der türkischen Öffentlichkeit.

Türkische Kinder suchen in den Straßen nach Sarai Sierra

Im Gespräch mit der türkischen Zeitung Zaman erzählt diese, dass die türkische Bevölkerung sich intensiv für ihre verschwundene Tochter eingesetzt und diese gesucht hätte. Selbst kleine Kinder hätten Fotos von Sarai bei sich gehabt. In der Hoffnung, auf jemanden zu stoßen, der sie vielleicht gesehen haben könnte. „Es berührte mein Herz, als ich sah, wie sie das Bild von meiner Tochter hielten. Es war sehr bewegend und hat mir immens viel bedeutet. Ich will ihnen aus tiefstem Herzen danken.“

Die 33-jährige New Yorkerin Sarai Sierra, selbst Mutter zweier kleiner Kinder, verschwand am 21. Januar während ihres Istanbul-Aufenthalts. Am vergangenen Samstag dann die traurige Gewissheit, als die Polizei schließlich ihre Leiche fand (mehr hier). Später teilte die Polizei mit, die junge Frau habe einen tödlichen Schlag auf den Kopf erlitten.

Familie, Kirche und Freunde sammeln Geld für Überführung

Auch den türkischen Beamten sei Betzaida Jimenez zutiefst dankbar. Nachdem der Mord bekannt geworden war, hätten diese sich rührend gekümmert. Auch die Betroffenheit des türkischen Präsidenten Abdullah Gül und seines Premiers Recep Tayyip Erdoğan rechne die Mutter hoch an. Im Augenblick, so erzählt sie weiter, wüssten ihre beiden Enkelsöhne noch nicht, was mit ihrer Mutter passiert sei. Sie hätten lediglich die Information, dass der Vater ihr nachgereist sei. „Wir werden mit ihnen sprechen, wenn ihr Vater zurück ist“, so Jimenez weiter. Bevor Sarai in die Türkei geflogen sei, habe sie sie ein letztes Mal umarmt. Dass es tatsächlich das letzte Mal gewesen ist und sich eine solche Tragödie ereignet, damit habe die ganze Familie noch nicht einmal in ihren kühnsten Träumen gerechnet.

Die Familie will nun den Leichnam der Verstorbenen in die USA überführen. Sarais Ehemann Steven, der in Istanbul vor Ort ist, hat nach Angaben der Zeitung vor, seine tote Ehefrau auf ihrem Rückflug nach New York zu begleiten. Die Hauptsorge bisher ist allerdings die Finanzierung des Vorhabens. Die Kirche der Familie sowie die Freunde würden derzeit versuchen, das Geld zusammen zu bekommen.

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