Supermacht des Wissens: EU gibt Milliarden für Forschung aus

Zwei unterschiedliche Forschungsprojekte erhalten je eine Milliarde Euro von der EU als „Supermacht des Wissens“ – mit diesen beiden Projekten will die EU zum „wettbewerbsfähigsten und dynamischsten, wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt“ werden.

Die Volkswirtschaften Europas leiden unter dem Spardiktat der EU. Das Investitionsvolumen der Superbehörde ist jedoch ungetrübt. Gleich zwei Projekte unterstützt die EU mit Fördergeldern von insgesamt zwei Milliarden Euro, wie die Kommission am Dienstag bekannt gab. Unter anderem durch die Erforschung des menschlichen Gehirns will die EU zur „Supermacht des Wissens aufsteigen“, erklärte Kommissions-Vizechefin Neelie Kroes.

Erstaunlich ist das Volumen der Fördergelder. Forschungsprojekte der EU gab es schon immer. Bereits 2010 hat die EU ein Technologie-Programm ins Leben gerufen, welches sechs unterschiedliche innovative Technik-Projekte mit jeweils 1,5 Millionen Euro unterstützte. Das nun ausgewählte Hirnforschungsprojekt erhält einem Bericht des Ärzteblattes zufolge pro Jahr allein 100 Millionen Euro bei einer Laufzeit von zehn Jahren.

Neelie Kroes will Europa zur „Supermacht des Wissens“ machen. (Foto: Flickr/re:publica 2012)

Neelie Kroes will Europa zur „Supermacht des Wissens“ machen. (Foto: Flickr/re:publica 2012)

„Der strukturelle Aufbau der menschlichen Schaltzentrale und ihre Funktionsabläufe sind in vielen Bereichen noch nicht erforscht“, erläuterte Frank Schneider, Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Daher will das „Human Brain Project“ eine detailgetreue Simulation des kompletten Gehirns erstellen. Auf einem Super-Computer soll die Untersuchung der Genetik, der molekularen Ebene und der Zusammenarbeit einzelner Zellverbände der menschlichen Denkfabrik ermöglicht werden.

Das zweite EU-Projekt erforscht Graphene. Das ist ein neuartiger, auf Kohlenstoff basierender Werkstoff, der den elektrischen Strom besser leitet als Kupfer und bis zu 300 Mal fester sein soll als Stahl. Im Rahmen der Strategie Europa 2020 sollen die beiden Projekte dazu beitragen, die EU zum „wettbewerbsfähigsten und dynamischsten, wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt“ zu machen.

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