EIA: Türkische Energieabhängigkeit wächst zusehends

Die türkische Wirtschaft wird zunehmend abhängiger von ausländischen Energieressourcen. Das verwundert nicht. Denn das Wirtschaftswachstum des Landes erhöht die Nachfrage nach Erdöl, Erdgas und Kohle. Doch jene Nachfrage hat ihren Höchststand noch nicht erreicht.

Einer Untersuchung des Amts für Energiestatistik (EIA) innerhalb des US-amerikanischen Energieministeriums  zufolge ist die Abhängigkeit der Türkei von Energieressourcen in den vergangenen zehn Jahren enorm angestiegen. Parallel zum wirtschaftlichen Wachstum der Türkei ist ihr Bedarf an Rohöl ebenfalls gewachsen. Jene Nachfrage wird nahezu ausschließlich durch Importe gedeckt.

Die Türkei hat nur sechs Ölraffinerien in Betrieb, die ein tägliches Produktionsvolumen in Höhe von 82.590 Liter aufweisen. Im Jahr 2011 wurden 90 Prozent aller flüssigen Brennstoffe importiert. Jene Importe werden sich in den kommenden zehn Jahren sogar verdoppeln. Die Türkei bezog im Jahr 2011 51 Prozent seiner Rohöl-Importe aus dem Iran. Der Iran ist – trotz Sanktionen – immer noch führend in der Versorgung der Türkei mit Rohöl (mehr – hier). An zweiter Stelle rangiert der Irak und darauf folgt Russland.

Güler Sabancı ruft zu Investitionen in die Energiegewinnung auf

Die Nachfrage nach Erdgas deckt die Türkei hauptsächlich durch Russland und anschließend durch den Iran. 2011 betrug der iranische Anteil an den Erdgasimporten 19 Prozent. Über 90 Prozent seines Kohlebedarfs deckt das Land durch Importe aus den USA, Australien und Russland. Im vergangenen Jahr wurde zwischen der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten, ein Vertrag zur Errichtung eines Kohlekraftwerks in Kahramanmaraş unterschrieben. Es sollen zwölf Milliarden Dollar in das Projekt fließen.

Die Nachfrage der Türkei nach Elektrizität hat sich zwischen 2001 und 2010 um 70 Prozent erhöht. Und dieser Trend hält an. Nicht ohne Grund hat deshalb auch die Chefin des türkischen Konzerns Sabancı, Güler Sabancı, mehrmals dazu aufgerufen in die Energiegewinnung zu investieren (mehr – hier).

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