Syrische Flüchtlinge: Generalsekretär des Europarates lobt Einsatz der Türkei

Der Generalsekretär des Europarates, Thorbjørn Jagland, hat in Begleitung des türkischen Justizministers Ergin syrische Flüchtlinge in der Türkei besucht. Ziel war die in Hatay errichtete Zeltstadt. Jagland würdigte den Einsatz der Türkei als „ein Beispiel für andere Nationen“.

Im Zuge seiner Besichtigung der Zeltstadt Boynuyoğun im Distrikt Altınözü in Hatay, so berichtet die türkische Zeitung Sabah, sei der Generalsekretär des Europarates Thorbjørn Jagland sehr von dem ergriffen worden, was er dort gesehen habe. Lobend stellte er heraus: „Wenn es darum geht zu helfen, dann ist die Türkei ein sehr wichtiges Beispiel für andere Nationen.“ Begleitet wurde Jagland während seiner Visite vom türkischen Justizminister Sadullah Ergin.

Im Gespräch mit den anwesenden Reportern erklärte Jagland, dass er hoffe, dass die Krise in Syrien zu einem raschen Ende kommen möge und dankte der Türkei für ihren bisherigen Einsatz: „Ich wurde von der Situation hier sehr berührt. Wir sehen sowohl, wie die Menschen unter schwierigen Bedingungen leben und wie die Türkei in einer so ernsten Krise Unterstützung anbietet.“ Das, so schließt er ab, sei wirklich vorbildhaft.

Bis Ende November 2012 400 Millionen Dollar ausgegeben

Obschon die Kapazitätensgrenzen in der Türkei bereits hart an der Grenze liegen bzw. nicht selten auch schon in einzelnen Bereichen überschritten wurden, hat die Türkei ihre Grenzen für syrische Flüchtlinge nach wie vor offen. Aktiv greift die türkische Regierung den Hilfesuchenden unter die Arme. Bietet ihnen kostenlose medizinische Versorgung (mehr hier), hilft bei ersten Schritten hin zu demokratischen Verhaltensweisen (mehr hier) oder hält die Möglichkeiten für junge Leute offen, die zum Beispiel ein Studium fortsetzen möchten.

Immer wieder hat die Türkei im Laufe des seit März 2011 andauernden Aufstandes kritisiert, dass man sich mit dem Flüchtlingsproblem ziemlich allein gelassen fühle. Eine der jüngsten Wortmeldungen hierzu kam vom türkische Parlamentssprecher Cemil Çiçek. Ende November 2012 informierte er die Medien darüber, dass die Türkei bis dahin rund 170.000 Flüchtlinge versorgt und dafür etwa 400 Millionen Dollar ausgegeben habe. Gleichzeitig kritisierte die seines Erachtens gleichgültige Haltung der internationalen Gemeinschaft hinsichtlich der humanitären Bedürfnisse der syrischen Flüchtlinge.

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