Ethno-Sendungen: Eine türkisch-amerikanische Polit-Show erobert die USA

In den USA gehört die Sendung „The Young Turks“ zu den erfolgreichsten Polit-Shows. Ihr Gründer ist ein junger türkischstämmiger Amerikaner namens Cenk Uygur. Er nimmt kein Blatt vor den Mund. Deshalb wird er bei vielen US-Politikern gefürchtet.

Mitte der 1990er Jahre begann türkischstämmige US-Amerikaner Cenk Uygur seine Karriere im Radio. Jetzt hat er seine eigene Talkshow mit dem Namen „The Young Turks“ in Los Angeles. Rund 450.000 Menschen schauen sich seine Sendung regelmäßig auf YouTube an. Und das, sagt Uygur, sei nur der Anfang einer Kampagne. The Young Turks ist eine US-amerikanische News-Talkshow, die in der Woche täglich zwei Stunden lang über das Internet gesendet wird. Auf die Frage, warum er seine Show „The Young Turks“ nannte, antwortete er: „Weil ich bei den ersten öffentlichen Sendungen ein junger Türke war, und der Begriff für eine Auflehnung gegen bestehende Ordnungen steht“, so Uygur. Das berichtet das Nachrichtenportal Bloomberg Businessweek.

Uygur ist gebürtiger Istanbuler und kam mit 8 Jahren in die USA. Er arbeitete als Anwalt, als Fernseh-Texter und Moderator, bevor er „The Young Turks“ startete. Sein Ziel war es, immer eine TV-Show für das Web zu machen und darauf aufzubauen. Er schaffte mit der ersten Web-TV-Nachrichten-Show weltweit mehr als 23 Millionen Klicks und ist unter den ersten 50 Youtube-Partnern. Im Jahr 2009 hatte die Show über 672 Millionen Klicks auf Youtube. Im selben Jahr bekam „The Young Turks“ den „Best Political Podcast“-Preis und wurde als beste politische Nachrichten-Seite mit dem Mashable Awards ausgezeichnet.  Diesen Erfolg schuldet der 42-Jährige seinem Stil der Konversation. „Wenn ich fernsehe sehe ich Roboter. Doch wir sind keine Roboter, wir sind Menschen“, sagt er.

Die dreieinhalbstündige Sendung ist in verschiedene Segmente eingeteilt. Neben der amerikanischen Politik, werden auch Unterhaltungsthemen angesprochen. Sie wird mit einem halbstündigen „Postgame“-Segment beendet, das allerdings nur für zahlende Abonnenten zu sehen ist. Teilweise erzählen die Beteiligten in diesem Segment aus ihrem Leben, teilweise werden weitere Geschichten aus dem zweiten Segment der Show besprochen. Ob gleichgeschlechtliche Lebens- und Ehegemeinschaften, angebliche Einschaltquoten konservativer Sendeformate, Gesundheitsversorgung oder gesellschaftliche Ereignisse. Uygur spricht offen und kritisiert aggressiv das politische und gesellschaftliche Establishment der USA. Deshalb ist er gefürchtet (mehr – hier). Die Sendung vertritt liberal-progressive Ansichten. Sie steht der demokratischen Partei nahe, wobei auch abweichende Standpunkte eingenommen werden. Seit Dezember 2011 ist die Sendung auch auf dem unabhängigen Nachrichtensender Current TV im Hauptabendprogramm zu sehen. Uygur plant in der näheren Zukunft mindestens eine neue Show ins Leben zu rufen.

Mehr zum Thema:

Deutschland adé: Migranten lassen sich lieber in Großbritannien nieder
USA droht Staatspleite: Obama bricht Weihnachts-Urlaub ab US-Wissenschaftler: Amerika wird zu einem autoritär regierten Staat

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.