Zweites AKW in der Türkei: Die Kosten belaufen sich auf gut 25 Milliarden Dollar

Wie der türkische Energieminister Taner Yıldız in dieser Woche bekannt gab, sollen sich die Kosten für das zweite Kernkraftwerk der Türkei auf rund 25 Milliarden US-Dollar belaufen. Das AKW soll in der nördlichen Provinz Sinop errichtet werden. Um den steigenden Energiebedarf zu decken, verstärkt das Land derweil auch seine Suche nach inländischem Öl.

„Das zweite Kernkraftwerk der Türkei macht Investitionen zwischen 22 und 25 Milliarden US-Dollar nötig“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet den Energieminister Taner Yıldız. Die Türkei, so fährt er fort, müsse seine Energieressourcen diversifizieren. Dazu gehöre auch die Kernenergie. Angebote, den Bau der zweiten Anlage mit vier Reaktoren im Norden der Türkei zu übernehmen, habe es bereits aus mehreren Ländern gegeben. Derzeit würden zudem neue Offerten vorliegen, die die Konkurrenzsituation weiter anheizten. Um welche Nationen es sich jedoch konkret handelt, dazu äußerte er sich nicht. Fest steht unterdessen jedoch eins. Erdoğans Ziel bis 2030 lautet ganz klar: Zehn Prozent der Elektrizität soll dann aus Atomenergie bezogen werden (mehr hier).

Im vergangenen Jahr hätte die Türkei 4.100 weitere Megawatt erzeugt. Insgesamt habe man es so auf 58.000 Megawatt gebracht. Doch die Bedürfnisse des Landes sind auf Grund seiner stetig wachsenden Wirtschaft noch lange nicht erschöpft. Nach Aussagen von Yıldız sei man jedoch bestrebt, diese Bedürfnisse durch heimische, erneuerbare Energiequellen zu befriedigen.

Auch Erdöl und Erdgas, das derzeit vor allem importiert werde (mehr hier), solle in Zukunft von inländischen Ressourcen gedeckt werden. Der hierzu bereitgestellte Öl-Explorations-Fund habe sich in den vergangenen zehn Jahren verdreizehnfacht. „Wir werden das Öl finden, wenn es [in der Türkei] vorhanden ist“, gibt er sich zuversichtlich. Daneben seien auch bereits stillgelegte Förderungen wieder aktiviert worden, die nun zwischen 100 und 500 Barrel Öl lieferten. Außerdem habe man Bohrungen in südöstlichen Provinzen wie Diyarbakır, Adıyaman und Şanlıurfa begonnen bzw. werde bald mit weiteren beginnen.

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