Enthüllt: So lebt PKK-Führer Öcalan auf İmralı

Vor genau 14 Jahren wurde PKK-Führer Abdullah Öcalan festgenommen. Weitestgehend isoliert sitzt er seither auf der Gefängnisinsel İmralı ein. Pünktlich zum Jahrestag werden nun Details aus seinem Haftalltag bekannt.

Am 15. Februar 1999 wurde Abdullah Öcalan in Kenia nach dem Verlassen der griechischen Botschaft vom türkischen Geheimdienst aufgegriffen und anschließend sofort in die Türkei gebracht. Zunächst zum Tode verurteilt, sitzt er nun jedoch eine lebenslange Haftstrafe auf İmralı ab. Seither, so wurde aus Gefängnisquellen bekannt, soll er monatlich etwa 300 Lira, rund 127 Euro, benötigen. Ausgeben würde er das Geld für Lesestoff und Kleinigkeiten in der Gefängniscafeteria. Das berichtet die türkische Nachrichtenagentur Doğan. Zudem habe der PKK-Führer im Laufe seiner Haftjahre gut 2,300 Bücher und Zeitschriften gelesen.

Nach Angaben der nicht näher genannten Quellen, würde Öcalan sehr auf seine Gesundheit achten. Jeden Morgen stünde er bereits gegen 6.00 Uhr auf und lege sich am Abend schon gegen 22.00 Uhr schlafen. Des Öfteren habe er sich bei den Anstaltsärzten über Atembeschwerden und Schlafstörungen beklagt. Er hätte Frühjahrsallergien und darüber hinaus sei bei ihm der Beginn einer Prostata-Erkrankung diagnostiziert worden. Zuletzt hatten sich Hunderte Hungerstreikende unter anderem für ein Ende seiner Isolationshaft eingesetzt (mehr hier)

Landesweite Proteste zum Jahrestag erwartet

Auch im Zuge der jüngsten Friedensgespräche mit dem türkischen Geheimdienst MİT verhalte sich der Terrorchef vorsichtig. Dessen stundenlange Visite auf der Gefängnisinsel habe demnach in Hof von drei unbenutzten Räumen stattgefunden, um so das mögliche Durchsickern von Informationen zu verhindern. Europa beobachtet die neue Situation derzeit noch mit vorsichtiger Zurückhaltung (mehr hier)

An diesem Freitag, den 15. Februar, rechnen die türkischen Behörden erneut mit zahlreichen Protesten der kurdischen Minderheit, die an die Erfassung Öcalans erinnern sollen. 2012 besetzten Anhänger der Terrororganisation PKK sogar kurzzeitig die Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin. Nach zwei Stunden verließen die Demonstranten das Gebäude jedoch von sich aus. Andernorts verliefen die Proteste in den vergangenen Jahren weniger friedlich. Immer wieder gab es in der Vergangenheit Verletzte und Tote zu beklagen.

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