Türkei: Rückgang bei ausländischen Investitionen im Jahr 2012

Die ausländischen Direktinvistionen in der Türkei sind im vergangenen Jahr auf 12.4 Milliarden US-Dollar gesunken. Das entspricht einem Rückgang um 20 Prozent. Wirtschaftsminister Çağlayan ist alarmiert. Die Türkei sollte dringend ihre Handelsbeziehungen mit Ländern im asiatisch-pazifischen Raum intensivieren.

Die Türkei konnte im Jahr 2012 12.4 Milliarden US-Dollar an Direktinvestitionen anziehen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang von satten 20 Prozent. Dabei waren die Prognosen nach der Installierung neuer Anreizpakete durchaus optimistisch  (mehr hier). Des Weiteren lägen die internationalen kumulativen Direktinvestitionen in der Türkei bei 123.7 Milliarden US-Dollar. Insgesamt sei der direkte Kapitalfluss in der Welt zurückgegangen. Darauf wies der türkische Wirtschaftsminister Zafer Çağlayan während eines Treffens des Beirats für die Asien-Pazifik Region in Ankara am vergangenen Donnerstag hin.

Nach Angaben von Çağlayan habe es im vergangenen Jahr ausländische Direktinvestitionen aus den asiatisch-pazifischen Ländern in Höhe von 2.25 Milliarden US-Dollar gegeben. Doch unter ihnen sei keines mit Investitionen über einer Milliarde gewesen. So hätte etwa Japan weltweit Investitionen in Höhe von 787 Milliarden US-Dollar getätigt. Malaysia investierte 515 Milliarden. Doch beide Länder engagierten sich nicht mit mehr als 500 Millionen Dollar in der Türkei.

Asien-Pazifik Region wichtig für das Weltwirtschaftswachstum

Çağlayan zeigte sich überzeugt davon, dass die Asien-Pazifik Region ein wichtiger Motor für das Weltwirtschaftswachstum sei. Diese Länder würden immerhin 30 Prozent zum weltweiten Bruttosozialprodukt von 20.6 Billionen US-Dollar beitragen. Daneben stellten sie mit 3.8 Milliarden Menschen ganze 55 Prozent der Weltbevölkerung.

Auch die Türkei habe diesen Markt für sich entdeckt und exportiere mittlerweile Güter im Wert von 6.6 Milliarden US-Dollar. Doch hier ist noch viel Spiel nach oben: Denn während die Region 30 Prozent der weltweiten Exporte stellt, liegt der Exportanteil in die Türkei bei nur 0,13 Prozent. Auch die Türkei-Exporte in die Region seien mit nur 5,5 Prozent alles andere als berauschend. Die Türkei, so Çağlayan, sollte dieses Ungleichgewicht kompensieren.

Im Zuge dessen verwies Çağlayan auch auf die immer enger werdenden Handelsbeziehungen zu sechs Mitgliedern der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) hin. Auch hier seien die türkischen Exporte in der Zeit von 2002 bis 2012 von 1,6 Milliarden US-Dollar auf satte 11,8 Milliarden angestiegen. Gleichzeitig seien im selben Zeitraum auch die Einfuhren aus diesen Ländern von 5,6 Milliarden auf 51 Milliarden US-Dollar gestiegen. Seine Empfehlung: Die Türkei sollte ihre wirtschaftlichen Beziehungen mit diesen Ländern, die 16 Prozent ihres Außenhandelsvolumen ausmachen, intensivieren. Eine Alternative zur EU ist die SOZ nach Angaben von Präsident Abdullah Gül allerdings nicht (mehr hier).

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