Online-Druck auf PKK: Twitter-User fordern Freilassung von entführtem Gouverneur

Twitter-User haben eine Kampagne gestartet, um so öffentlichen Druck auf die Terrororganisation PKK auszuüben. Mit ihrer Aktion wollen sie die Freilassung eines entführten Lokalgouverneurs erzwingen. Der Mann ist bereits im August 2011 von einer Gruppe von Terroristen in der osttürkischen Provinz Muş verschleppt worden.

Die Twitter-User wollen, so berichtet die türkische Zeitung Zaman, die derzeit positive Stimmung der Friedensverhandlungen nutzen, um mit dem Hashtag #KenanErenoglu auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Der kürzlich begonnene Dialog zwischen der türkischen Regierung und dem inhaftierten PKK-Führer Abdullah Öcalan erfährt starken öffentlichen Zuspruch (mehr hier). Eine gute Gelegenheit, erneut an den guten Willen der Entführer zu appellieren. Wie die Terrororganisation auf ihr Anliegen reagieren wird, ist zwar unklar. Man hofft jedoch, dass der Kandidat für den Posten des Bezirksgouverneurs, Kenan Erenoğlu, freigelassen wird, um ein entsprechendes Signal auszusenden.

Türkische Regierung verhandelt nicht über Freilassungen

Erenoğlu wurde vor mehr als eineinhalb Jahren von der Terrororganisation PKK entführt und wird seitdem als Geisel festgehalten, da sich die türkische Regierung weigere, über gefangene Soldaten oder Beamte verhandeln.

In den vergangenen zwei Jahren haben sich die Angriffe der Terroroganisation auf zivile und militärische Ziele in der Türkei intensiviert. Als Teil ihrer bewaffneten Aktivitäten kam es in dieser Zeit auch verstärkt zu Entführungen von Beamten, Soldaten, Arbeitern und sogar Lehrern. Mittlerweile fürchten letztere sogar um die Sicherheit ihrer Schützlinge (mehr hier).

Mit Hilfe eines Hinterhalts wurde Erenoğlu im August 2011 verschleppt. Trotz zahlreicher Aufforderungen diverser Menschenrechtsgruppen und -aktivisten konnte bisher keine Freilassung des Mannes erreicht werden. Diese sparten im Zuge ihrer Appelle an die Entführer jedoch auch nicht mit Kritik in Richtung Staat, der sich in diesem Fall überhaupt nicht bewegte und seine Linie, nicht mit Terroristen zu verhandeln, konsequent durchzog. Neue Bewegung in das Verhältnis zwischen PKK und Regierung kam erst im vergangenen Herbst (mehr hier).

Allein im vergangenen Sommer kidnappte die PKK Dutzende Lehrer im Osten der Türkei. Diese wurden allerdings auf Grund massiven öffentlichen Drucks in der Region wieder freigelassen.

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