Pferdefleischskandal: Jetzt trifft es auch die Döner-Buden

Der Skandal um falsch deklarierte Fleischwaren hat nun auch die deutschen Döner-Buden ergriffen. Aufgedeckt wurde das jüngste Kapitel in Sachen Pferdefleisch vom TV-Sender RTL. Das Thema hat mittlerweile auch CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach auf den Plan gerufen. Ginge es nach ihm, käme jetzt das BKA zum Einsatz.

Selbst der herzhafte Biss in einen Döner ist jetzt nicht mehr sicher. (Foto:  Alex Kehr/flickr)

Selbst der herzhafte Biss in einen Döner ist jetzt nicht mehr sicher. (Foto: Alex Kehr/flickr)

Tiefkühllasange, Dosen-Gulasch, Ravioli, Tortelloni und Co. – Sie alle enthalten Pferdefleisch ohne, dass die Verbraucher bisher davon wussten. Was folgt als nächstes?, mag sich der TV-Sender RTL gefragt haben und veranlasste jetzt auf eigene Faust 20 Stichproben aus Imbissbuden in Leipzig und Berlin. Und in der Tat, die Redakteure des RTL-Magazins „Extra“ hatten den richtigen Riecher: Auch deutsche Döner-Buden sind vom Skandal rund um falsch deklariertes Fleisch betroffen. Das berichtet das Deutschlandradio.

Labor entdeckte auch bis zu sieben Prozent Schweinefleisch

Im Labor des Instituts für Produktqualität ifp konnten „in einem Fall Anteile von Pferdefleisch und bei drei Proben bis zu sieben Prozent Schweinefleisch nachgewiesen“ werden. Ein Umstand, den vor allem muslimische Mitbürger, die kein Schweinefleisch verzehren, zustätzlich verärgern dürfte. Denn Döner werden eigentlich aus Rind- oder Lammfleisch beziehungsweise auch aus Puten- oder Hühnerfleisch hergestellt. Erlernen kann man das hierzulande sogar in einer eigenen Akademie (mehr hier).

Bosbach: „grenzüberschreitende organisierte Kriminalität“

Die Union will diesem Treiben nun nicht mehr länger zusehen. Neben strafrechtlichen Konsequenzen für solch einen Betrug werden auch Forderungen laut, bei der Aufklärung dieser Taten künftig auf das Bundeskriminialamt (BKA) zurückzugreifen. Angeregt wurde letzteres von CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach. Er hält einen zentralen Austausch mit Behörden anderer Staaten gerade bei „grenzüberschreitender organisierter Kriminalität“ für unerlässlich.

„Sollte es auch deutsche Unternehmen geben, die in diesem Skandal kriminelle Aktivitäten entfaltet haben, muss wegen der internationalen Dimension das BKA die Ermittlungen übernehmen“, so Bosbach zum Nachrichtenmagazin „Focus“.  Hier sei die kriminalpolizeiliche Seite des Skandals ebenso wichtig wie die Debatte um schärfere Lebensmittelkontrollen. Die Gesellschaft, so der CDU-Politiker weiter, brauche das Signal, dass der Staat bei solchen Vergehen alle Anstrengungen unternimmt, die Ganoven zu überführen.

Am kommenden Montag wollen sich die Verbraucherminister von Bund und Ländern über mögliche Konsequenzen aus dem Skandal beraten. In den USA wurde McDonald’s bereits eine Strafe von rund 700.000 Dollar für die Täuschung seiner Kundschaft aufgebrummt. Der Grund hier: Ein Sandwich wurde zwar als e „ḥalāl“ (islamisch erlaubt) beworben, aber dann offenbar nicht als solches serviert. (mehr hier).

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