Bundeswehr über Rassismus-Vorwurf: Rechtsradikale sind hier nicht willkommen

Zwischenfälle mit rechtsradikalem Hintergrund sind in der Bundeswehr keine Neuheit. Da unterscheidet sie sich nicht von der restlichen Gesellschaft. Doch Deutsche mit Migrationshintergrund sind willkommen und werden ausdrücklich gebeten, sich zu bewerben.

In den vergangenen 15 Jahren hat es in der Bundeswehr 2087 rechtsradikale Zwischenfälle gegeben. Im Jahr 2012 gab es insgesamt 67 Vorfälle. Das berichtet das Bundesverteidigungsministerium. Doch die Anzahl der rechtsradikalen Vorfälle ist insgesamt rückläufig. Denn in 2009 wurden 122 Vorfälle, 2010 82 Vorfälle und 2011 63 Vorfälle registriert.

Im Gespräch mit den Deutsch Türkischen Nachrichten sagte eine Sprecherin der Bundeswehr, dass es Vorfälle dieser Art immer wieder geben werde, denn man sei auch ein Spiegel der Gesellschaft. Doch die Bundeswehr verfolgt die Zwischenfälle und versucht sie zu unterbinden. „Manche glauben, dass sie in der Bundeswehr eine Plattform haben, in der sie ihr rechtes Gedankengut ausleben können. Doch diese Leute täuschen sich“, so die Sprecherin. Rechtsradikale seien bei der Bundeswehr nicht willkommen.

Deutliches Zeichen für Integration und gegen Ausgrenzung

Der Historiker und Publizist Michael Wolffsohn nimmt die Bundeswehr in Schutz. „Die politische und militärische Führung der Bundeswehr hat, allen gegenteiligen Unterstellungen zum Trotz, nie nach rechts liebevoll geschielt“, so Wolffsohn in einem Gastbeitrag der Süddeutschen Zeitung.

Wolffsohns Einwurf harmoniert mit der offiziellen Politik des Verteidigungsministeriums. Minister Thomas de Maizière hatte schon 2012 verkündet, dass man mehr Migranten in der Bundeswehr wolle. Damals wurde auch die „Charta der Vielfalt“ unterschrieben, um sich verstärkt für Migranten zu öffnen. Durch die Unterzeichnung verpflichtet sich die Bundeswehr, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen und Ausgrenzung ist. Sie muss der Öffentlichkeit einen jährlichen Fortschrittsbericht über die Förderung der Vielfalt und Wertschätzung vorlegen (mehr – hier). Damit setzte die Bundeswehr ein deutliches Zeichen für Integration und gegen Ausgrenzung. Ohnehin ist bei der Truppe so gut wie alles möglich, wenn es um das Thema unterschiedliche Konfessionen und Ausübung der Religion geht (mehr hier).

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