Türkisch, Kurdisch oder Arabisch: Predigten in Moscheen künftig in drei Sprachen möglich

Imame können in türkischen Moscheen künftig in drei verschiedenen Sprachen predigen: Türkisch, Kurdisch oder Arabisch. Das teilte der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan am vergangenen Sonntag mit. Für welche Sprache sie sich entscheiden, hänge davon ab, welche die meistgesprochene unter den Moscheebesuchern wäre.

Die Ankündigung des türkischen Premiers Erdoğans fand im Rahmen einer Visite in der südöstlichen Provinz Mardin statt. Dort, so berichtet die türkische Zeitung Zaman, wäre er mit Muftis und hiesigen Meinungsführern zusammengekommen und erklärte: „Ich bin sehr dafür, Predigten in der jeweiligen Muttersprache zu halten. Sie können ihre Predigten in Türkisch, Kurdisch oder Arabisch halten. Eben so, wie es ihre Moscheebesucher verstehen.“

Bereits seit dem Jahr 2009 arbeitet die regierende AKP daran, das langjährige Kurdenproblem des Landes zu lösen. Bisher sind auch einige wichtige Schritte unternommen worden, den Kurden breitere kulturelle und politische Rechte einräumen. Dazu gehört etwa das jüngst eingeführte Wahlfach Kurdisch an türkischen Schulen, das bisher allerdings wenig Anklang findet (mehr hier) oder die Erlaubnis, sich vor Gericht in seiner jeweiligen Muttersprache, also auch auf Kurdisch, verteidigen zu dürfen. Bereits seit 2009 gibt es überdies den kurdischsprachigen Sender TRT Şeş. Es ist der erste staatlich geförderte kurdische TV-Sender in der Türkei

Über viele Jahre hinweg waren Bewegungen wie diese in der Türkei nahezu undenkbar. Der Gebrauch des Kurdischen war durch die supressive Regierungspolitik verboten. Völlig liberal geht es in Sachen Sprachgebrauch allerdings noch immer nicht zu. Noch immer sträubt sich der Premier hartnäckig Kurdisch als offizielle Unterrichtssprache zuzulassen (mehr hier).

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