Schlag gegen die DHKP/C: Erneut fast 170 Personen verhaftet

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr sind die türkischen Behörden massiv gegen Mitglieder der DHKP-C, die Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front (türkisch: Devrimci Halk Kurtuluş Partisi-Cephesi), vorgegangen. Insgesamt wurden 167 Personen verhaftet. Die Polizei führte Razzien in insgesamt 28 türkischen Städten, darunter auch İzmir und Ankara, durch.

Allein in İzmir, so berichtet derzeit die türkische Zeitung Hürriyet, hätten die Sicherheitskräfte zehn verschiedene Orte durchsucht. Auch in der türkischen Hauptstadt Ankara wären verschiedene Punkte Ziel der großangelegten Operation gewesen. Neben 167 DHKP/C-Anhängern sollen in Bursa darüber hinaus 16 Sympathisanten bzw. Mitglieder der Terrororoganisation in ihren Häusern verhaftet worden sein.

Erst vor kurzem bekannte die DHKP/C für den Bombenanschlag auf die US-Botschaft am 2. Februar dieses Jahres in Ankara zu sein  (mehr hier). Bereits Mitte Januar führte die Polizei eine großangelegte Razzia gegen die marxistische Organisation durch. Damals waren in Istanbul, Ankara, Izmir und anderen StädtenPolizeirazzien durchgeführt worden. Einige Einsätze in den insgesamt sieben Provinzen waren sogar durch Helikopter unterstützt worden. Bei der Razzia waren mindestens 85 Personen festgenommen worden, darunter auch 15 Anwälte der die türkischen Anwaltsvereinigung ÇHD (mehr hier).

Terrororganisation DHKP-C auch in Deutschland verboten

Die DHKP-C stellt sich gegen die türkische Mitgliedschaft in der NATO und generell gegen das, was sie als „westlichen Imperialismus“ bezeichnen. Sie gilt als Nachfolgeorganisation der in der Bundesrepublik Deutschland seit 1983 verbotenen ‘Devrimci Sol’. Sowohl die DHKP-C als auch die THKP/-C wurden vom Bundesministerium des Innern bereits im Jahr 1998 als Ersatzorganisation verboten. Das Ziel ist die Zerschlagung des bestehenden türkischen Staatssystems durch einen bewaffneten Volkskrieg und die Errichtung eines sozialistisches Systems.

In der Vergangenheit attackierte die Gruppe vor allem das Militär und das politische Establishment. Dabei kamen auch dutzende Menschen ums Leben. Darunter zwei pensionierte Generäle, ein ehemaliger Justizminister und ein prominenter Geschäftsmann.

Terrorbekämpfung: Türkei rügt die EU

In jüngster Zeit äußert die Türkei verstärkte Kritik in Richtung europäische Staaten, die vermeintlich nicht genügend in den gemeinsamen Kampf gegen den Terror investierten und weit hinter den türkischen Erwartungen zurückblieben. Zuletzt gab es eine Rüge von Muammer Türker, Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrates (MGK). Europäische Länder hätten in den vergangenen fünf Jahren nur sieben Terroristen an die Türkei ausgeliefert (mehr hier).

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