Religion: Ökumenischer Patriarch wünscht sich mehr orthodoxe Griechen in Istanbul

Der Patriarch Bartholomäus I. sagt: Türkischstämmige Griechen können sich vorstellen in die Türkei zurückzukehren. Voraussetzung sei die Herausgabe ihrer konfiszierten Besitztümer. Außerdem verlangt er Garantien für die Rückkehrer. Die Hagia Sophia könne zudem nur als Museum oder Kirche dienen aber nicht als Moschee.

Der griechisch-orthodoxe Patriarch zu Istanbul, Bartholomäus I., sagt, dass es Griechen, die die Türkei in der Vergangenheit verlassen haben oder vertraut sind mit der türkischen Kultur immer mehr in die Türkei ziehe. Doch für viele von ihnen, die ihre Wurzeln in Istanbul haben, sei es nicht leicht zurückzukehren. Das berichtet die Tageszeitung Hürriyet. Zuvor hatte Premier Erdoğan türkische Griechen aus Griechenland eingeladen sich in Istanbul anzusiedeln. Damit hätten Griechen mit türkischen Wurzeln die einmalige Möglichkeit die türkische Staatsbürgerschaft zurück zu erlangen. Nach dem ersten Weltkrieg fand zwischen der Türkei und Griechenland ein Bevölkerungsaustausch statt, der viele Griechen aus Istanbul zur Emigration zwang und umgekehrt. Weiterhin hatte es 1955 ein Progrom in Istanbul gegeben, woraufhin tausende von türkischen Griechen die Stadt Istanbul verließen. Zuvor wurde in der türkischen Presse das Gerücht verbreitet, dass auf das Geburtshaus Atatürks in Thessaloniki ein Bombenanschlag verübt wurde.

Bartholomäus I. meint, dass viele der Nachkommen türkischer Griechen weder der türkischen Sprache mächtig sind, noch eine Bindung zum Land haben. Ferner müssten die konfiszierten Besitztümer der betroffenen Familien zurückgegeben werden.  Der Patriarch hat sich auch über die parlamentarische Anfrage zur Freigabe der Hagia Sophia Moschee für die muslimischen Gläubigen (mehr – hier) geäußert. Er stelle sich gegen jene Anfrage oder Forderung. Die Hagia Sophia sei fast 1000 Jahre lang eine Kirche gewesen und erst später zu einer Moschee umkonstruiert worden.

„Wenn man die Hagia Sophia Gläubigen zur Verfügung stellen möchte, dann wohl eher den Christen und nicht den Muslimen. Die Hagia Sophia ist eine Kirche“, so der Patriarch. Die Kirche ist seit dem Jahr 1934 ein Museum und gilt als meist besuchteste Sehenswürdigkeit der Türkei(mehr – hier). Religiöse Zeremonien sind weder den Muslimen, noch den Christen gestattet.

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