Mordfall Sarai Sierra: Hat die türkische Polizei jetzt eine heiße Spur?

Gut eine Woche nach der Beerdigung von Sarai Sierra in den USA, scheint es, als wären die türkischen Behörden ihrem mutmaßlichen Mörder bereits dicht auf den Fersen. Der Hauptverdächtige, so heißt es, habe offenbar versucht, nach Syrien zu entkommen. Auch der Forensik gelang ein Durchbruch. Die Ermittler konnten auf dem T-Shirt der Toten eindeutige Blutspuren sichern.

Wer hat der US-amerikanischen Touristin Sarai Sierra das angetan? Seit dem 2. Februar dieses Jahres, als ihre Leiche an der historischen Stadtmauer in Sarayburnu aufgefunden wurde (mehr hier), stellen sich die Ermittler, aber auch die internationale Öffentlichkeit nur diese eine Frage. Die türkische Polizei arbeitete seither schnell. Dutzende wurden verhört, Blutproben entnommen und der Tatort weiterhin gründlich durchforstet.

Haarproben stimmen mit Blutspritzern überein

Nun offenbar mit Erfolg: Wie die türkische Zeitung Hürriyet berichtet, haben Forensik-Fachleute einen Treffer landen können. Eine Haarprobe, die vom Haupttatverdächtigen Ziya T. in der nordwestlichen Provinz Karabük entnommen wurden (mehr hier), stimmen offenbar mit Blutspure überein, die auf dem T-Shirt von Sarai Sierra gesichert wurden. Fündig seien die Ermittler aber auch unter ihren Nägeln geworden. Hier stimme das Material ebenfalls überein.

In der Zwischenzeit, so berichtet das Blatt weiter, habe Ziya T. sich in Richtung Hatay aufgemacht. Wo er wohl versucht hat, sich nach Syrien abzusetzen. So soll er verschiedene Personen gefragt haben, ob sie ihm nicht über die Grenze helfen könnten. Erhärtet werden die Vorwürfe gegen ihn zudem durch Zeugenaussagen. So will Mahmut G., Einwohner des Distrikts, in dem Sarais Leiche aufgefunden wurde, Ziya T. in der Nähe gesehen haben. Der Hauptverdächtige soll Narben gehabt haben, die nur durch das Kratzen von Nägeln entstanden sein können. Er selbst habe ihn schließlich darauf angesprochen, dann aber gesagt bekommen, dass er ins Gebüsch gefallen sei. Auch Hasan B. hatte sich bei der Polizei gemeldet. Er will Sarai beim Fotografieren an der Stadtmauer gesehen haben. Zehn Minuten später habe er dann Schreie gehört.

Neben Ziya T. zwei bis drei weitere Personen verwickelt

Ziya T., auch als Laz Ziya bekannt, verdingte sich seinen Lebensunterhalt durch das Sammeln von Altpapier. Angeblich verließ er Istanbul, nachdem Sierras Leiche von der Polizei gefunden wurde. Neben ihm könnten nach Angaben der Polizei zwei bis drei weitere Personen in den Mordfall verwickelt sein. Sie sollen dabei geholfen haben, die Leiche an ihren Fundort zu schleppen.

Der 33-jährige Mutter zweier Kinder verschwand 21. Januar. Sie wurde in der vergangenen Woche in Staten Island, New York beigesetzt.

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