Hilfe für Syrien: Türkische NGOs initiieren Hilfskorridor

Millionen Syrer sind auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat. Tatenlos zusehen wollen türkische NGOs dabei nicht. Sie wollen einen humanitären Korridor einrichten, um die dramatische Lage der Flüchtlinge ein wenig zu mildern. Allein können sie das allerdings nicht stemmen. Weltweite Unterstützung ist gefragt.

Türkische NGOs planen eine breit angelegte internationale Kampagne für die Einrichtung eines humanitären Korridors in Syrien. Die im vergangenen Jahr von der Türkei ins Leben gerufene Initiative „Der Winter kommt… Ein Brot, eine Decke für Syrien” soll weiterhin als helfende Hand inmitten des tobenden Bürgerkriegs dienen. Das berichtet die türkische Zeitung Zaman.

Vertreter der verschiedenen Organisationen, die sich für die Kampagne zusammentaten, trafen sich jetzt zu einer dritten Besprechung, um die humanitären Hilfsbemühungen für die Syrer im türkischen Ministerium für Katastrophenschutz (AFAD) zu koordinieren. Die Teilnehmer erreichten einen Konsens über die Einführung eines humanitären Korridors. Die weltweite Kampagne soll ab 30. März gestartet werden.

Hilfe aus aller Welt

Am vergangenen Dienstag wurden unterdessen neue Zahlen zu syrischen Flüchtlingen in der Türkei bekannt.  Aktuell sind 182.900 syrische Flüchtlinge in türkischen Lagern untergebracht, zusätzlichen 100.000 wurde eine Unterkunft in anderen Ländern gewährleistet (mehr hier). Inzwischen unterstützen NGOs aus 20 Ländern die Kampagne „Der Winter kommt… Ein Brot, eine Decke für Syrien“ mit Gütern des täglichen Bedarfs, wie Nahrung, Kleidung oder Medizin. Nach Angaben der AFAD wurde zudem finanzielle Hilfen in Höhe von mehr als 19 Millionen türkische Lira gesammelt.

Um die internationale Gemeinschaft noch einmal auf das Schicksal der Flüchtlinge aufmerksam zu machen, planen einige Mitglieder der NGOs nun Demonstrationen vor dem Hauptquartier der Vereinten Nationen, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), der Europäischen Union und der Organisation der Islamische Zusammenarbeit (OIC) durchzuführen. Außerdem soll eine internationale humanitäre Plattform eingerichtet werden, um die Hilfsmaßnahmen zu koordinieren.

Geschäftsleute stellen sich für Syrer freiwillig zur Verfügung

Auch 27 Geschäftsleute vom Verband der Florya-Geschäftsleute verschließen nicht ihre Augen vor dem humanitären Drama in Syrien. Die Gruppe aus Istanbul verteilte am vergangenen Dienstag in den Flüchtlingslagern Nahrung aus einer mobilen Suppenküche der Gemeinnützigen Organisation „Kimse Yok Mu“. Die Gruppe besuchte nach ihrer ehrenamtlichen Hilfe den Kilis-Gouverneur Süleyman Kapsız und ein Krankenhaus, in dem syrische Flüchtlinge behandelt werden.

Mustafa Kavurmacı von der Aydınlı Group erklärte der türkischen Zeitung Zaman, dass derzeit ein dringender Bedarf an Winterkleidung bestehe, vor allem Mäntel und Stiefel seien notwendig. „Hier brauchen sie viele Dinge, aber es ist nicht leicht, den Bedürfnissen sofort zu entsprechen”, sagte Kavurmacı. Ali Riza Tanrısever, Inhaber von einem Stahlunternehmen, sagte, dass die Situation in den Flüchtlingslagern ganz anders aussehe, sobald man dort ankomme. „Es ist unmöglich zu verstehen, bevor man es sieht. Auch Menschen mit niedrigen Einkommen bemühen sich, diesen Leuten [den Flüchtlingen] zu helfen”, sagte er.

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