Kniefall vor den Türken: Egemen Bağış unterstützt Oettingers Aussagen

EU-Kommissar Günther Oettinger sagt, dass der nächste Bundeskanzler und die Franzosen die Türken bald anflehen werden, um sie in die EU zu holen. Doch derzeit ist es die Türkei, die auf einen Beitritt hofft.

Auf einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Brüssel, hat der derzeitige EU-Kommissar Günther Oettinger gesagt, dass die EU die Türkei mehr brauche, als anders herum. Er prophezeite, dass der kommende Bundeskanzler und sein französischer Amtskollege die türkische Regierung noch anflehen werden, damit die Türkei der EU beitritt. Das berichtet die Hürriyet. Oettinger äußerte damit seine Kritik am Umgang mit dem türkischen EU-Beitrittskandidaten. Auch mit der Funktionsweise der EU ist Oettinger nicht zufrieden. Brüssel mische sich in alle möglichen nationalen Angelegenheiten ein und sei nicht im Stande ein Wirtschaftswachstum in Gang zu bringen.

Egemen Bağış unterstützt Oettinger

Auch der türkische EU-Minister, Egemen Bağış, hat Oettingers Aussagen mitbekommen und gesagt, dass er nicht wisse, ob die Europäer nun ankriechen oder niederknien werden. Was er aber mit Sicherheit wisse ist, dass die Türkei die Stärke hat alle EU-Beitrittsgegner der Türkei zur Raison zu bringen. „Aber machen sie sich keine Sorgen. Wir Türken sind gastfreundlich und lassen niemanden vor uns kriechen. Einen Kniefall möchten wir auch nicht. Doch die Äußerungen Oettingers dürfen von der europäischen Öffentlichkeit nicht ungehört bleiben“, so Bağış. Wenn die EU auf ihrem Weg weiter voranschreiten wolle, so müsse sie sich politisch nach Ankara ausrichten. Zuvor hatte der junge türkische Europaminister im Gespräch mit den Deutsch Türkischen Nachrichten gesagt, dass ein EU-Beitritt der Türkei ein Signal an die islamische Welt senden würde. Denn dann könnten alle sehen, dass die EU kein „Christenclub“ sei (mehr – hier).

Briten für Beitritt der Türkei

Auch der Leiter der britischen Delegation bei der parlamentarischen Versammlung des Europarates, Robert Walter, ist der Überzeugung, dass die Türkei in die EU gehöre. „Wenn die Türkei ein EU-Mitglied wäre, dann hätte die EU im Zuge des arabischen Frühlings die Möglichkeit gehabt ihren Einfluss im Nahen Osten zu erweitern“, meint Walter. Die Türkei habe zudem eine Brückenfunktion zwischen den Zivilisationen und sei unerlässlich für den Weltfrieden. In Kürze wird ein neues Verhandlungskapitel im EU-Beitrittsprozess eröffnet. Denn Paris hatte zuvor verkündet, dass man die Blockadehaltung gegen die Türkei aufgebe und – im Gegensatz zu Nicolas Sarkozy – am Vorankommen der Beitritssprozesses interessiert sei (mehr – hier).

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