Massaker von Uludere: Bericht der Kommission erscheint am 28. Februar

Die parlamentarische Unter-Kommission, die mit der Untersuchung des Massakers von Uludere am 28. Dezember 2011 betraut war, steht offenbar kurz vor dem Abschluss ihrer Arbeit. Am 28. Februar soll nun endlich ihr Bericht erscheinen. Erwartet worden war der jedoch schon viel früher.

Wie der Leiter der Uludere-Subkommission, İhsan Şener, am vergangenen Mittwoch mitteilte, werde man am kommenden Donnerstag, den 28. Februar, einen Bericht über die tragischen Ereignisse vom 28. Dezember 2011 an der Grenze zum Irak vorlegen. Das berichtet die türkische Zeitung Zaman.

Ob es allerdings tatsächlich dazu kommt, erscheint fraglich. Denn die Kommission, die unter dem Dach der parlamentarischen Kommission für Menschenrechte im türkischen Parlament eingerichtet wurde, machte in der Vergangenheit bereits mehrere Ankündigungen dieser Art. Zunächst war ein Erscheinungstermin im November 2012 vorgesehen. Dann wurde die Veröffentlichung auf den Jahrestag des Massakers, am 28. Dezember 2012, verschoben.

Mangelhafte Koordination der Geheimdienste

Dazu gekommen ist es bisher noch nicht. Schon jetzt, so heißt es weiter, sei jedoch bekannt, dass von einer mangelhaften Koordination der Geheimdienste (mehr hier) auszugehen sei und dass laufende gerichtliche Untersuchung weiteres Licht auf diejenigen werfen würden, die direkt verantwortlich für den Bombenanschlag gewesen seien.

Bisher beharrt das Militär darauf, dass die Getöteten fälschlicherweise für Mitglieder der Terrororganisation PKK gehalten wurden. Doch nach Angaben von Fachleuten läge entsprechendes Bildmaterial vor, das eine solche Verwechslung geradezu unmöglich mache. Auf ihnen wären deutlich die Schmuggelaktivitäten der Männer zu erkennen gewesen, die einzeln mit ihren Maultieren unterwegs waren. Terroristen würden jedoch ganz anders vorgehen. Eine umbemannte Drohne hatte die Gruppe an der irakischen Grenze entdeckt (mehr hier). Nach wie vor stehen auch Vorwürfe im Raum, dass versucht werden sollte, das Ganze zu vertuschen. Davon verschont blieb auch die eigens eingerichtete Kommission nicht, die nach Ansicht der Kritiker nicht tief genug gegraben hätte.

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