Die Türkei muss teilhaben am freien Handel zwischen den USA und der EU

Der türkisch-amerikanische Manager Ekrem Alptekin sagt: Washington und Brüssel unterzeichnen ein Freihandelsabkommen. Auch Ankara müsse mitziehen, sonst droht ein Rückgang beim Wirtschaftswachstum und dem Wirtschafts-Standort Türkei dann das Aus.

Der Vorsitzende des türkisch-amerikanischen Unternehmerverbandes (TABA/AmCham), Ekrem Alptekin, ist der Ansicht, dass die Türkei beim bevorstehenden Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU mitwirken müsse. Konkrete Verhandlungen sollen im Juni 2013 beginnen und bis zum Jahr 2016 in ein transatlantisches Freihandelsabkommen münden.

Türkei muss Exporteinbußen kompensieren

Der Handel zwischen den USA und der Türkei ist ausbaufähig. Die Türkei hat 2012 Waren im Wert von 5,6 Milliarden Dollar in die USA exportiert. Im Gegenzug wurden US-Waren im Wert von 14 Milliarden Dollar importiert. Der bilaterale Handel zwischen der Türkei und den USA sei in den vergangenen zehn Jahren angestiegen, so Alptekin. Deshalb sei es wichtig, diesen Trend in ein Freihandelsabkommen einzubetten. Das transatlantische Freihandelsabkommen sei eine gute Gelegenheit. Die Türkei müsse schnell reagieren, um als Wirschaftsstandort auf den Beinen bleiben zu können. Das berichtet die Hürriyet. Bisher haben US-amerikanische Unternehmen Direktinvestitionen im EU-Raum in Höhe von 1,9 Billionen Dollar getätigt. Europäische Unternehmen seien auf dem US-Markt mit 1,6 Billionen Dollar an Direktinvestitionen vertreten. „Das angestrebte Freihandelsabkommen gleicht einem Marshall-Plan für die EU. Schätzungsweise 88 Milliarden Dollar an jährlichen Gewinnüberschüssen für europäische Unternehmen werden im Rahmen des Abkommens enstehen“, so Alptekin. Der Freihandel werde ein Wirtschaftswachstum mit sich bringen und ein Mittel gegen die Arbeitslosigkeit im EU-Raum sein. Der wichtigste Handelspartner der Türkei ist die EU. Doch die Kaufkraft der Europäer hat, aufgrund der Krise abgenommen. „Wir müssen den Handel mit den USA intensivieren, um die Verluste auf dem EU-Markt zu kompensieren“, sagt Alptekin.

Defizit in der Handelsbilanz

Obwohl die türkische Handelsbilanz sich stetig verbessert, weist sie derzeit noch ein Defizit in Höhe von 84 Milliarden Dollar auf (mehr – hier). Um das Defizit aus dem Weg zu räumen, versucht die Türkei ihre Exporte verstärkt in Nicht-EU-Märkte auszurichten (mehr – hier). Die USA gehört zu den weltweit größten Absatzmärkten und die Amerikaner haben ihre Konsumfreude  – trotz Krise – nicht verloren. Offenbar ist sich Alptekin dieser Tatsache sehr wohl bewusst und plädiert deshalb für den Ausbau der türkisch-amerikanischen Handelsbeziehungen.

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