TV-Show „Kurtlar Vadisi“: Türkisches Format erobert Gaza im Sturm

Seit langem ist die türkische TV-Serie „Kurtlar Vadisi“ („Das Tal der Wölfe“) ein Renner unter hiesigen Männern. Wie bereits einige andere Formate zuvor, tritt nun auch dieses seinen Siegeszug in der Region an. Fans hat die maskuline Soap vor allem an einem Ort: In Gaza.

In Gaza hat die türkische TV-Serie „Kurtlar Vadisi“ (Das Tal der Wölfe“) offenbar einen echten Hype los getreten (mehr hier). Kinder kaufen Taschen, Notebooks und Bleistifte mit Bildern der Hauptfigur Polat Alemdar, gespielt von Necati Şaşmaz. Nicht selten begegnet den Passanten sein Antlitz auf offener Straße. Einige Jugendliche hätten dermaßen einen Narren an dem Format gefressen, dass die Figuren mit allem Drumherum mittlerweile zu einer echten Obsession geworden sind. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet.

Am eigenen Leib erfährt das gerade etwa Ummu Ahmad. Die Mutter eines Sohnes berichtet dem Blatt, dass ihr Junge völlig vernarrt in Murat Alemdar, so heißt die Hauptfigur in der arabischsprachigen Version, sei. Von Laden zu Laden habe sie ziehen müssen, um ein Federmäppchen ausfindig zu machen, auf dem Şaşmaz abgebildet ist.

Online wie Offline: „Kurtlar Vadisi“ ist das Gesprächsthema

Doch nicht nur in Sachen Merchandise scheinen die jungen Männer aus Gaza auf „Kurtlar Vadisi“ zu fliegen. Auch in Online-Foren gebe es einen echten Hype, berichtet Halid Ashur. Wer hat am schnellsten die neusten Folgen und wer zeigt sie zuerst auf seiner Webseite? Der Fight sei in vollem Gange. Wo finden sich innerhalb der Sozialen Medien die neuesten News und Stories über die Serie und ihre Stars? Und wann kommen diese endlich nach Gaza? Diesen Beobachtungen pflichtet auch Halid Ashurs Bruder Ahmad Ashur bei. Er weiß auch, warum die Männer in Gaza so vernarrt in die Serie wären. Viele seien demnach überzeugt, dass das Gezeigte weitgehend nah an der Realität wäre und dass es Ereignisse zeige, die so tatsächlich zwischen dem Iran, Syrien und Irak passieren könnten.

Selbst vor der Universität, so berichtet das Blatt weiter, mache das Format nicht Halt.  „In der Uni sprechen wir über die neuesten Episoden der TV-Serie. Wir diskutieren die gezeigten Ereignisse. Tal der Wölfe‘ ist nicht nur eine TV-Serie. s ist mehr als das“, ist zum Beispiel der Student Rim überzeugt. Und er scheint Recht zu haben. Zuletzt beschäftigte das türkische Format sogar den palästinensischen Kunstkritiker Said Ebu Mualla. Der kommentierte die Popularität der TV-Serie wie folgt: „Es gibt viele Gründe, warum diese TV-Serie ein Phänomen geworden ist. Die wichtigsten davon sind jedoch die Spezialeffekte und das Szenario.“ Mit hinein spiele natürlich auch der Erfolg der Hauptfigur sowie die gesamte thematische Auslegung, die sich auch auf die palästinensischen Frage und die Probleme der Region konzentriere. Nicht immer trägt dieser Erfolg jedoch positive Früchte (mehr hier).

https://www.youtube.com/watch?v=HJprD8khD1o

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