Stadterneuerung: Europäische Unternehmen buhlen um Aufträge in Istanbul

Die türkische Regierung will im Rahmen ihres nationalen Großprojekts der Städteerneuerung die Türkei erdbebensicherer machen. Alleine in Istanbul beläuft sich die derzeitige Auftragslage auf 10 Milliarden Dollar. Doch nicht nur türkische Firmen buhlen um die Aufträge, sondern auch ausländische. Die meisten von ihnen sind deutsche Abriss- und Demontageunternehmen.

Die Stadt Istanbul wird erneuert. Doch dafür müssen zunächst einmal die alten und maroden Hochhäuser der Metropole abgerissen werden. Die Auftragslage wird vom Verein der Abriss- und Demontage-Ingenieure (Ymder) auf zehn Milliarden Dollar geschätzt.

Auch europäische Abriss-Unternehmen sind interessiert an den öffentlichen Aufträgen. Der Vorsitzende von Ymder, M. Ali Bulut, sagt, dass sie bisher Anfragen von französischen, spanischen, italienischen, holländischen und insbesondere deutschen Unternehmen gehabt haben. Alle sollen um die Aufträge buhlen und möchte zu diesem Zweck mit türkischen Abrissunternehmen kooperieren. Das berichtet die Sabah. Europäische Unternehmen sind auch verstärkt im Bereich der türkischen Energieerzeugung aktiv (mehr – hier). Deutschen Abrissunternehmen könnten Aufträge aus der Türkei gut tun, denn das Marktforschungsinstituts Markit hatte Anfang Januar 2013 berichtet, dass es einen überraschend starken Auftragsrückgang in Deutschland gebe. Dieser Trend umfasse nahezu alle Branchen (mehr – hier).

Am 7. März 2013 wird ein Abriss- und Demontage Symposium in Istanbul stattfinden. Dort werden türkische und ausländische Firmen an einen Tisch kommen, um das Großprojekt der urbanen Erneuerung zu besprechen. „15 ausländische Unternehmen werden sich beteiligen“, so Bulut. Der türkische Minister für Städtebau, Erdoğan Bayraktar, ist von der urbanen Transformation überzeugt und unterstützt den Verein Ymder. Er sagt, dass die Türkei aus den Erdbeben von 1939 in Erzincan, 1999 im Marmara-Gebiet und 2011 in Van gelernt habe.

„Unsere Häuser müssen erdbebensicher sein, um zukünftige Tragödien zu verhindern. In dieser Hinsicht haben wir in den vergangenen 10 Jahren viele Projekte aufgezogen“, so Bayraktar. Bei der Städteerneuerung handele es sich nicht nur um Abrisstätigkeiten, sondern auch um die Erneuerung von maroden Gebäuden. Nicht überall sei ein Abriss nötig.

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