Frankreich: Mali braucht Waffen und keine militärischen Ausbilder

Die Ausbildung von Soldaten in Mali bringt nichts, sagt ein französischer General. Die EU müsse der Regierung Waffen liefern. Weil Mali sich das nicht leisten kann, müssten die Steuerzahler für ein derartiges „Investment“ geradestehen.

Der französische General Francois Lecointre ist Chef des EU-Einsatzes zur Ausbildung von Soldaten in Mali. Er fordert bessere Waffen für die malischen Truppen. „Die Europäische Union muss heute in die Ausrüstung der malischen Armee investieren, nicht nur in ihre Ausbildung“, zitiert EUobserver einen Bericht von Reuters. Zugleich sagt der General, dass Mali arm ist. Daher müssten nun Europas Steuerzahler für dieses „Investment“ geradestehen. Sie sollten für die Kredite an die malische Regierung garantieren, die diese selbst kaum wird zurückzahlen können. Von diesem Geschäft profitieren auch die Banken.

Lecointre, der den 500 Mann starken EU-Einsatz anführt, sagte es würden neue Uniformen, Fahrzeuge, moderne Kommunikationsinstrumente und Waffen gebraucht. Andernfalls bringe die ganze Ausbildung nichts, denn ohne die EU-Hilfe könnten die Truppen gegen die Aufständischen nicht bestehen. „Ich weiß, dass der malische Staat arm ist, aber die malische Armee ist mehr als arm“, sagte der General. Frankreich hatte zu Beginn der Krise gesagt, dass man keine Hilfe von der EU benötige (mehr – hier).

Die französische Armee ist seit Januar in Mali. Sie unterstützte die malische Regierung dabei, Territorium im Norden von den Aufständischen zurückzuerobern. Der Ausbildungseinsatz der malischen Armee hingegen wird vor allem von Deutschland ausgeführt, das insgesamt 450 Militärausbilder und Soldaten in die Ferne schickt, wie es der Beschluss der EU vorsieht.

Die deutschen Militärausbilder geben den malischen Soldaten auch Unterricht in den Menschenrechten. Dies geschieht auch vor dem Hintergrund, dass malische Soldaten brutal gegen Angehörige verschiedener Ethnien vorgegangen sein sollen. Etwa 22.000 Zivilisten sind auf der Flucht vor den Kämpfen. Einige Dörfer stehen leer.

Diejenigen, die zurückbleiben, haben Angst, von der malischen Armee angegriffen zu werden, weil sie angeblich die Aufständischen unterstützen. Human Rights Watch berichtet, es habe zahlreiche Exekutionen durch malische Soldaten gegeben. Zudem hätten die Soldaten mehrere Zivilisten gefoltert, zitiert EUobserver die Organisation. Zuvor wurden Befürchtungen der US-Regierung geäußert, dass Mali als Rückzugsgebiet für Terroristen dienen könnte (mehr – hier).

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