Olympische Spiele 2020: Türkei will von London lernen

Der britische Sportminister, Hugh Robertson, ist von der türkischen Bewerbung für die Olympischen Spiele 2020 fest überzeugt. Von Großbritannien hat sich die Türkei beim Besuch des Ministers Ratschläge eingeholt. Für London hatte sich die Olympiade allerdings als Flop herausgestellt.

Der britische Sportminister, Hugh Robertson, berät die Türkei im Bewerbungsprozess für die Olympiade 2020. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird im September 2013 darüber entscheiden, ob die Olympiade in Istanbul, Tokio oder Madrid ausgetragen wird. Der Brite Robertson ist überzeugt, dass Istanbul eine sehr gute Wahl wäre. Großbritannien unterstütze die Türkei (mehr hier). Bisher wurden noch keine Olympischen Spiele am Bosporus ausgetragen. Doch er erkenne eine „Vision“ hinter der Bewerbung. Istanbul verbinde „das Beste“, was Europa und Asien zu bieten hätten.

Olympiade schadet dem Tourismus

Die Millionenpetropole sei eine aufstrebende Stadt mit einer jungen Bevölkerung und Kontakten in die gesamte Welt, sagte Robertson, Abgeordneter des britischen Unterhauses, in einem Interview mit der Hürriyet. Das Land könne von der Olympiade nur profitieren. Was der Brite nicht erwähnt ist, dass beispielsweise die Olympiade in London, Einbrüche im Tourismus-Sektor mit sich gebracht hat. Zu hohe Hotelpreise und eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit und Mobilität schrenckten eine Reihe potentieller Hauptstadt-Touristen ab (mehr hier). Istanbul – als Touristenmetropole – könnte dieselben Erfahrungen machen.

Geld bildet Grundlage für Erfolg

Seiner Ansicht nach habe Großbritannien von der Olympiade in London im vergangenen Jahr nur profitiert. Doch gehe es seinem Land nicht nur um finanziellen Profit, sondern auch um sportliche Erfolge. Investitionen bilden die Basis für den sportlichen Erfolg. Dann komme eine funktionierende Struktur in den verschiedenen Sportarten und die Einstellung von Weltklasse-Trainern. Erst dann sei die physische und psychische Eignung der Athleten wichtig. Robertson zufolge sei Großbritannien aufgrund jener Rahmenbedingungen erfolgreich gewesen.

Die britische Regierung habe für die Sommerspiele 2016 in Rio kürzlich insgesamt 347 Millionen Pfund (umgerechnet 398 Millionen Euro) an Sportzuschüssen bewilligt. Das Geld soll in die Sportarten fließen, in denen die Briten ihre Stärke haben. Eine finanzielle Streuung wird es nicht geben, da es dem Sportministerium darauf ankomme, „möglichst viele Medaillen nach Hause zu bringen“, sagt Hugh Robertson. Die Türkei könne diesem Beispiel folgen.

Talente aus dem Ausland abwerben

Eine Talentwartung im Ausland sei ebenfalls wichtig. Es sei nichts „Verwerfliches“ daran, Spieler aus dem Ausland für die Nationalmannschaften abzuwerben. Es stimme zwar, dass es beispielsweise in der britischen Basketball-Nationalsmannschaft binationale Spieler gebe, doch seien die Eltern jener Spieler alles Briten. Auch in Deutschland gebe es eine türkischstämmige Diaspora. Wenn einige von ihnen für die türkische Nationalmannschaft spielen wollen, sollte man das akzeptieren, meint er.

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