Ruhe vor dem Sturm: Merkel besucht deutsche Soldaten in der Türkei

Bundeskanzlerin Merkel ist in der Türkei und hat ihren zweitägigen Besuch mit der Begutachtung der Patriotraketen an der syrischen Grenze begonnen. Dabei warten alle nur auf die Gespräche zu den umstrittenen Themen EU-Beitritt, NSU-Morde und die PKK mit Premier Erdoğan.

„Der Besuch von Angela Merkel hat den deutschen Soldaten sicherlich motiviert und die Freundschaft zwischen der Türkei und Deutschland wird sich verfestigen“, erklärte der türkische Verteidigungsminister Ismet Yilmaz zum Truppenbesuch der Kanzlerin in der Türkei. Am Sonntag reiste die Kanzlerin an und begutachtete zunächst die Patriot-Raketen. Thema war zwischen den Politikern vor allem Syrien.

„Angesichts der schrecklichen Ereignisse verstärkt sich der Eindruck, dass China und Russland sehen, dass Herr Assad keine Zukunft hat, dass seine Zeit abgelaufen ist und es eine demokratische Regierung geben muss“, so Merkel. Zuvor war bereits Thomas de Maiziere in der Türkei auf Truppenbesuch (mehr hier).

Für die meisten Türken sind diese Aussagen allerdings mehr als uninteressant. Mit Spannung wird dagegen Merkels Treffen mit Erdogan und Gül am Montag erwartet. Dass es hierbei auch noch so diplomatisch vorgehen wird, wird nicht erwartet. Zentrale Punkte, die angesprochen werden sollen, sind der EU-Beitritt, die NSU-Morde und die PKK-Aktivitäten in Deutschland (mehr hier).

In Sachen EU-Beitritt zeigt sich die Bundeskanzlerin jedoch schon versöhnlicher als in den Jahren zuvor. Sie wolle die Aufnahme der aus Eis gelegten Verhandlungskapitel unterstützen, erklärte sie zuvor. Am Montag wolle sie vor allem auf wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Türkei einegehen, berichtet die Tageszeitung Zaman. Die wirtschaftliche so dynamische Türkei biete dafür ausreichend Möglichkeiten.

Es wird erwartet, dass Erdoğan insbesondere in der Bekämpfung der PKK in Deutschland Druck machen wird. Wiederholt bemerkte er, dass Deutschland diese Aktivitäten indirekt unterstütze. Auch die NSU-Morde und die strengen Visabestimmungen für Türken werde der Premier ansprechen.

Angela Merkel werde sich dagegen nach der Arbeit an der neuen türkischen Verfassung erkundigen und auf mangelnde Presse- und Meinungsfreiheit eingehen.

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