Erdöl: Türkische Firmen erwirtschaften Riesengewinne im Südirak

Türkische Unternehmen verdienen am Erdöl-Reichtum des Irak. Sie sind nicht nur im Nord-Irak, sondern auch im Süd-Irak aktiv an Erdölbohrungen beteiligt. Doch die schiitische Bevölkerung im Süd-Irak steht traditionell dem Iran und nicht der Türkei nahe.

 

Türkische Unternehmen haben in der irakischen Region Basra im Jahr 2012 mehrere Aufträge von multinationalen Mineralölkonzernen erhalten. Das Auftragsvolumen betrug insgesamt zwei Milliarden Dollar. Die Stadt am Persischen Golf ist mehrheitlich schiitisch besiedelt. Zu den Nutznießern der Aufträge gehören die türkischen Unternehmen ENKA, Tekfen, Üstay, Zafer Enkon, Pals und Havatek.

Der türkische Generalkonsul zu Basra, Faruk Kaymakcı, ist der Ansicht, dass sich enorme Möglichkeiten für türkische Unternehmen in Basra bieten. Deshalb versuche das Generalkonsulat die Unternehmen zu unterstützen, berichtet die türkische Nachrichtenagentur AKM. Die Einbindung türkischer Unternehmen in Basra harmoniert mit dem kürzlichen Aufruf des US-Botschafters zu Ankara, Francis Ricciardone. Er sagte, Anfang Februar 2013, dass die Türkei eine Sezession im Irak verhindern könne, indem sie ihre wirtschaftlichen Beziehungen mit dem gesamten Irak intensiviere (mehr hier).

Zu diesem Zweck fand in Istanbul Ende Januar 2013 eine Konferenz statt, an der mehrere Vertreter der türkischen Wirtschaft teilnahmen. Gastgeber war die Marmara Gruppe. Entschieden wurde, dass türkische Unternehmen sich aktiv im Energiegeschäft des Irak beteiligen müssen, um sich Marktanteile für die Zukunft zu sichern (mehr hier).

Zuvor hatte das staatliche türkische Erdölunternehmen, TPAO, einen Vertrag mit der irakischen Zentralregierung unterschrieben, wonach die Türkei das Recht an 40 Erdölbohrungen im Wert von 350 Millionen Dollar erlangte. Jener Erdölpakt betraf speziell die Roh-Öl-Felder um die Stadt Basra (mehr hier). Allerdings sind die Aktivitäten türkischer Unternehmen im Süd-Irak sehr stark abhängig von der jeweiligen politischen Entwicklung. Die Schiiten des Süd-Irak betrachten die Türken mit Argwohn. Sie gelten als verlängerter Arm Teherans und sind alles andere als türkenfreundlich.

Mehr zum Thema:

EIA: Türkische Energieabhängigkeit wächst zusehends
Türkei 2013: Kann Erdoğan die Krisen der Region meistern?
Türkei und Nordirak: Kurden streiten sich mit Bagdad über Ölexporte

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.