Türkei: Merkel will vor allem Wirtschaftsbeziehungen stärken

Bundeskanzlerin Angela Merkel will bei ihrem Besuch in der Türkei vordergründig wirtschaftliche Themen ansprechen. Deutsche Unternehmen haben die Chance, sich Anteile am türkischen Energiemarkt zu sichern. Doch die Türkei sieht ihre Zukunft neben den erneuerbaren Energien, vor allem in der Kohlekraft und der Nuklearenergie.

Bundeskanzlerin Angela Merkel möchte sich bei ihrem zweitägigen Staatsbesuch in der Türkei für die Festigung der deutsch-türkischen Wirtschaftsbeziehungen stark machen. Deutschland sei interessiert an öffentlichen Aufträgen im Energiesektor und der Infrastruktur. Denn diese beiden Bereiche haben für Ankara Priorität. „Wir sind beeindruckt vom wirtschaftlichen Aufschwung der Türkei. Ihr Land hat eine dynamische und stabile Wirtschaft “, zitiert die Tageszeitung Zaman einen Sprecher der Bundesregierung. Insbesondere die Energiebranche hatte in den vergangenen Jahren ein Wachstum zu verzeichnen, da auch die Nachfrage anstieg.

Das ist deutschen Unternehmen ebenfalls aufgefallen. Deshalb hat der deutsche Energiekonzern E.ON schon im Jahr 2012 in die türkische Energieerzeugung investiert. Zu diesem Zweck wurden 50 Prozent der Anteile des Gemeinschaftsunternehmens Enerjsa erworben, welches 1996 von der Sabancı Holding gegründet wurde (mehr hier). Ende Januar 2013 hatte die Vorsitzende der Sabancı Holding, Güler Sabancı, erklärt, dass man zusammen mit E.ON weitere milliardenschwere Investitionen tätigen wolle (mehr hier). Andernfalls könne man die Nachfrage nach Energie nicht decken.

Es bieten sich auch im Bereich der Solarenergie Investitionsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen. Ab Juni 2013 wird die türkische Regulierungsbehörde (EMRA) Lizenz-Anträge für Photovoltaik-Projekte entgegennehmen. Dann könnte es zu einem Investitionsschub in der Solarenergie-Branche kommen (mehr hier).

Weiterhin wurde in Zentral-Anatolien eine Quelle mit 1,8 Milliarden Tonnen Braunkohle-Reserven entdeckt, die mit Hilfe von thermischen Kraftwerken für 30 bis 40 Jahre ausgeschöpft werden könnten (mehr hier). Die Türkei versucht mit allen Mitteln, sich von der Erdgasabhängigkeit Russlands und des Iran zu befreien. Denn derzeit wird rund die Hälfte der türkischen Stromversorgung durch Gaskraft erzeugt. Dieser Anteil soll bis 2023 auf 30 Prozent zurückgeschraubt werden. Da helfen auch kohlebasierte Projekte. Die Türkei ist zwar sehr offen für erneuerbare Energien, doch sieht das Land – im Gegensatz zur EU – seine Zukunft im Bereich der Kern- und Kohlekraft (mehr hier).

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