Islamische Theologie an deutschen Unis: Meilenstein für die Integration

Der Bedarf an islamischen Theologen in Deutschland wächst immer weiter. Imame in Gemeinden, Religionslehrer in Schulen oder auch Wissenschaftler in der Forschung sind gefragter denn je. Ihre Ausbildung hierzulande geht jetzt noch ein Stückchen weiter. Nach dem Bachelor-Studiengang soll nun auch der Master eingeführt werden.

Dass der Islam inzwischen zu Deutschland gehört, ist eine Tatsache. Eine weitere ist darüber hinaus, dass der Islam mittlerweile auch an deutschen Hochschulen etabliert ist. Die Islamwissenschaft hat eine lange Tradition an deutschen Universitäten – die islamische Theologie allerdings nicht. Das lag unter anderem daran, dass meistens nur ein eher kleines akademisches Publikum Interesse gezeigt hat. Das soll sich nun gründlich ändern. Die Zentren werden immer weiter ausgebaut.

Zur Zeit wird nur in Erlangen und Osnabrück-Münster die für die Lehrausbildung notwendige islamische Religionspädagogik angeboten. In absehbarer Zeit sollen daneben die Instituten Frankfurt-Gießen und Tübingen ausgebaut werden. Der Bachelorstudiengang läuft schon seit einigen Jahren. Jetzt wurde auch ein Master eingeführt. In den Universitäten Münster und Osnabrück gibt es bereits das Master-Angebot. Angefangen hat das Ganze im Jahr 2010: Prof. Dr. Reinhard Schulze, Mitglied des Wissenschaftsrat, hat der Politik in Deutschland empfohlen, Hochschulzentren für die Forschung der Islamischen Theologie einzurichten. Denn der Bedarf an fundierter Ausbildung von Religionsgelehrten an staatlichen Hochschulen würde steigen.

Islamische Theologie als Hilfe für Integration

Der Islam und seine Lebensweise führt in der Politik immer wieder zu Kontroversen. Führende Integrationspolitiker, wie etwa Schäuble (CDU), Edathy (SPD) und Beck (GRÜNE) unterstützten von Anfang an das Projekt. Auch die CDU-Politikerin und einstige Bundesbildungsministerin Annette Schavan hatte bereits beim Startschuss der Islam-Institutionen die Wichtigkeit des Projekts betont (mehr hier).

Sie sind überzeugt, dass damit viel für die Integration der vier Millionen Muslime in Deutschland getan wäre. Denn: Die Imame aus der Türkei sprechen weder Deutsch noch kennen sie die westeuropäische Kultur. Daher wäre die Ausbildung islamischer Theologen hierzulande umso wichtiger. „Die Islamischen Studien in Deutschland sind schon jetzt ein Erfolg. Nicht wenige Studenten pilgern aus der Schweiz, Österreich, England oder Frankreich zu den hiesigen Islamischen Studien. Ein neues Fach, von dem auch die etablierten christlichen Fakultäten profitieren können“, so der Berner Islamwissenschaftler Reinhard Schulze auf der Internetpräsenz des Bundestags.

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