Schräge Tanzpartner: Depardieu feiert mit tschetschenischem Despoten Kadyrow

Bereits mit seiner (Steuer-)Flucht gen Russland hat der französische Schauspieler Gérard Depardieu für Irritationen gesorgt. Jetzt setzt der Lebemann fern der Heimat noch einen oben drauf. Neuerdings feiert der international gefeierte Star mit einem mehr als nur fragwürdigen Mann: Dem tschetschenischen Präsident Ramzan Kadyrow.

Gérard Depardieu und Ramzan Kadyrow unterhalten sich prächtig. Es scheint, als wäre es für beide ein rundum gelungener Abend. In Tschetschenien, einer überwiegend muslimischen Teilrepublik Russlands, fühlt sich der Neu-Russe Gérard Depardieu offenbar ordentlich wohl. Im Verlauf der kleinen Feier wird sogar das Tanzbein geschwungen. Das berichtet die türkische Zeitung Zaman.

Erst im vergangenen Januar sorgte der gewichtige Franzose für Schlagzeilen, als er von seinem Freund, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, die russische Staatsbürgerschaft bekam. Während er dort mit offenen Armen empfangen wurde, blieb für viele seiner Anhänger zuhause ein mehr als fader Beigeschmack. Auch der einstige Präsident Sarkozy ist geflüchtet (mehr hier) und Brigitte Bardot drohte, Depardieu zu folgen (mehr hier). Vergangenen Samstag, so berichtet das Blatt weiter, sei er nun offiziell Bewohner von Saransk geworden. Eine Stadt mit rund 300.000 Einwohnern, etwa 640 Kilometer östlich von Moskau.

Ramsan Kadyrow lädt Gérard Depardieu zum Abendessen

Am späten  Sonntagabend zog es den einstigen “Asterix & Obelix”-Darsteller nun gen Tschetschenien, wo er zu einem üppigen Abendessen mit Ramsan Kadyrow, den er übrigens ebenfalls als “Freund” bezeichnet, geladen war. Der regiert dort bereits seit 2004 – und zwar mit eiserner Faust. Kritische Stimmen – unerwünscht.

Den Genussmenschen Depardieu scheint das nicht weiter zu stören. Im Verlauf des Abends sollen sich beide so prächtig amüsiert haben, dass sie sogar gemeinsam die Tanzfläche eroberten und den traditionellen Lezginka aufs Parkett legten.

Depardieu will Film über Tschetschenien drehen

Bei einem Gala-Dinner soll es übrigens nicht bleiben. Wie die Nachrichtenagentur AFP an diesem Montag meldet, wolle Depardieu einen Film über Tschetschenien drehen. Wie aus einer Mitteilung der tschetschenischen Präsidentschaft hervor geht, wolle der Schauspieler “zeigen, dass man einen großen Film in Grosny machen kann”. Wie unreflektiert der 64-Jährige an die Sache heran geht, das zeigt bereits die nächste Aussage, die die tschetschenische Präsidentschaft vermutlich stolz mit auf den Weg geschickt hat:  “Ich bin sicher, dass es glückliche Menschen sind, die hier leben. Um so zu singen und zu tanzen, wie es die Tschetschenen tun, muss man wirklich glücklich sein”, ist Depardieu überzeugt.

Menschenrechtsaktivisten dürften sich bei derartige Aussagen allerdings die Haare zu berge stellen. Sie werfen dem Präsidenten, mit dem sich Depardieu bereits im Herbst 2012 gezeigt hatte, nicht wenige Verstöße gegen die Menschenrechte vor. Daneben soll er Entführungen und Morde seiner Sicherheitskräfte decken.

Depardieu ist jedoch nicht der einzige internationale Star, der sich schon an der Seite des umstrittenen Präsidenten gezeigt hat. Zu seinem 35. Geburtstag ließ sich Kadyrow von Vertretern der Popwelt feiern. Zugegen waren damals unter anderem US-Sänger Seal, die Violinistin Vanessa-Mae, die Schauspieler Jean-Claude Van Damme  und Hilary Swank sowie und Mitglieder des Deutschen Fernsehballetts.

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