Ikea Türkei: Bei uns gibt es kein Pferdefleisch

Jetzt hat sich der Pferdefleisch-Skandal auch auf die Fleischbällchen „Köttbular“ des schwedischen Möbelherstellers Ikea ausgeweitet. Tschechische Lebensmittelinspektoren sollen im beliebten Gericht der international agierenden Kette fündig geworden sein. In der Türkei will man davon nichts wissen. Ikea Türkei dementiert: Die Gefahr einer ähnlichen Verunreinigung bestehe hier nicht. Die Produkte stammten ausschließlich aus der Türkei.

Wie ein Vertreter von Ikea Türkei der türkischen Zeitung Zaman mitteilte, beziehe das Unternehmen all seine Produkte von dem in Istanbul sitzenden Betrieb Pınar Fleisch und Mehl. Ausländische Importware käme nicht zum Einsatz. Aus diesem Grund sei man hier auch gefeit vor einem Lebensmittelskandal wie er gerade in Europa stattfinde. Eine letzte Bestätigung durch IKEA Global gibt es bisher allerdings nicht.

Der bekannte Möbelhersteller Ikea ist die jüngste Kette im grasierenden Deklarierungsskandal. Am vergangenen Montag wurde bekannt, dass tschechische Lebensmittelinspektoren in den gefrorenen Hackfleischbällchen Pferdefleisch entdeckt hatten. Entnommen wurden die Proben aus einer Lieferung, die mit dem Etikett „Rind- und Schweinefleischbällchen“ versehen war, in der Stadt Brünn. In den Verkauf war die besagte Charge bisher allerdings nicht. Diese, so hieß es von Seiten Ikeas, sei vonSchweden in die Tschechische Republik, die Slowakei, Ungarn, Frankreich, Großbritannien, Portugal, Italien, die Niederlande, Belgien, Spanien, Griechenland, Zypern und Irland geliefert worden. In insgeamt 24 Ländern wurde darauf hin der Verkauf der tiefgekühlten Köttbullar-Packungen gestoppt. Zuvor war der Aufschrei groß, als auch in deutschen Dönern Pferde- und Schweinefleisch entdeckt wurde (mehr hier). In Österreich ist man hingegen ganz entspannt (mehr hier).

Mapa Mobilya agiert von Ikea Global weitestgehend unabhängig

Ikea Deutschland gab unterdessen ebenfalls Entwarnung. Wie ein Sprecher mitteilte, habe man das testen lassen und die Köttbullar seien frei von Pferdefleisch. Die betroffene Charge sei in Deutschland nicht verkauft worden. Wie nun jedoch bekannt wurde, hat Ikea nun auch in Deutschland den Verkauf ihrer populären Hackfleischklöße gestoppt.

In der Türkei könnten sich die Verbraucher relativ sicher fühlen, meint auch die türkische Zeitung. Immerhin sei der hiesige Franchise-Unternehmer Mapa Mobilya technisch unabhängig von der globalen Marke Ikea und produziere das meiste in eigenen Fabriken. Wie groß die Eigenständigkeit sei, wäre demnach erst im vergangenen Jahr deutlich geworden, als Mapa von IKEA Global-gestützte gewerkschaftliche Anstrengungen in ihren Filialen unterdrückte. Sonst unterscheide sich die türkische Kette allerdings wenig vom schwedischen Original. Auch in der Türkei verfügten die Möbelhäuser über entsprechende Restaurants. Selbst das Essen sei typisch schwedisch und beinhalte ebenfalls die beliebten Hackbällchen.

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