Friedensgespräche: Öcalan will spätestens in drei Wochen eine Lösung

Der inhaftierte Führer der Terrororganisation PKK, Abdullah Öcalan, hat sich für einen zügigen Abschluss der jüngsten Friedensverhandlungen mit der türkischen Regierung ausgesprochen. So schnell wie möglich solle das Ganze zu einem erfolgreichen Ende gebracht werden. Das gab BDP-Vize Selahattin Demirtaş bekannt.

Wie Selahattin Demirtaş mitteilte, habe PKK-Führer Abdullah Öcalan in den vergangenen Wochen an einem schriftlichen Entwurf für die Verhandlungen gearbeitet, der schon in Kürze vorgestellt werden soll. Außerdem soll der jüngste Besuch von drei BDP-Abgeordneten auf der Gefängnisinsel İmralı am vergangenen Wochenende die Hoffnungen für einen baldigen Frieden zusätzlich genährt haben.

„Wenn ein Waffenstillstand ausgerufen wird, dann kommt der von Öcalan persönlich“, so der Oppositionspolitiker mit Bezug auf Berichte, wonach ein solcher bereits am 21. März zu Nevruz, dem wichtigsten kurdischen Feiertag des Jahres, ausgerufen werden soll. Ein Aufruf durch den PKK-Führer, betont Demirtaş weiter, sei für die Anhänger absolut verbindlich. Erst kürzlich wurden Details über sein Leben auf der Insel bekannt (mehr hier).

Weitere Besuche auf İmralı angedacht

Nach Angaben von Demirtaş sei Öcalan bestrebt, den Friedensprozess bereits in den kommenden zwei bis drei Wochen abzuschließen. Er hoffe zudem, dass die laufenden Bemühungen nicht durch unbedeutende und parteipolitische Interessen sabotiert würden. „Wir haben mit der İmralı- und den Regierungsdelegationen fünf Monate lang verhandelt, um eine unausrottbare und institutionelle Demokratie in der Türkei zu errichten“, so der Politiker.

Er erklärte, dass man von der Regierung nun ernsthafte Schritte in der Praxis erwarte, und unterstrich die Bedeutung der öffentlichen Meinung und der gesellschaftlichen Unterstützung für diesen Prozess. Demirtaş betonte auch, dass die Delegationen im Zuge des Prozesses in Zukunft möglicherweise mehrmals nach İmralı zurückkehren müssten. Europa beobachtet die neue Situation derzeit noch mit vorsichtiger Zurückhaltung (mehr hier)

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