Syrische Flüchtlinge: Fast 2500 Babies sind bereits in türkischen Camps geboren

Seit fast zwei Jahren toben in Syrien blutige Unruhen. Doch inmitten des vielen Leids gibt es auch Lichtblicke: Fernab der Heimat wurden in den insgesamt 17 türkischen Flüchtlingslagern mittlerweile gut 2500 syrische Babies geboren. Unterdessen steigt die Zahl der Hilfesuchenden weiter an. Aktuell sollen rund 185.000 Syrer in der Türkei Schutz suchen. Das gab Außenminister Ahmet Davutoğlu bekannt.

„Die Türkei tut ihr Möglichstes, um einen großen Teil der humanitären Katastrophe zu schultern“, so der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu am vergangenen Montag zu Journalisten während der 22. ordentlichen Tagung des UN-Menschenrechtsrats in Genf. Die von ihm vorgelegten Zahlen, so stellt er heraus, würden das gesamte Ausmaß der begangenen Menschenrechtsverletzungen vor Augen führen.

Demnach würden derzeit mehr als 100.000 Syrer in diversen Städten in der Türkei leben, 26,315 Schülerinnen und Schüler würden von 1,224 Lehrkräften in 372 Klassenzimmern unterrichtet und 24,370 erhielten eine technische Ausbildung. Insgesamt seien 727,640 Patienten behandelt worden, 10,450 wurden operiert und 17,670 befänden sich noch immer in türkischen Krankenhäusern.

Davutoğlu: Türkei behält Politik der offenen Tür bei

Doch zwischen Blutvergießen und Tod gibt es auch Erfreuliches, wenn auch mit einem faden Beigeschmack, zu vermelden. „Was noch wichtiger ist“, so der Minister, „in den Lagern wurden 2,490 Babies geboren. Diese Kinder hätten auch in ihrem Land geboren und in Frieden groß werden können. Doch ihre Grundrechte wurden verletzt.“ Für die Türkei sei die jetzige Situation eine immense Herausforderung, verbunden mit riesigen Kosten. Bisher habe das Land mehr als 600 Millionen US-Dollar ausgegeben. „Doch ganz gleich, wie groß die Herausforderung auch ist, wir werden unsere Politik der offenen Tür weiterführen und unseren syrischen Brüdern und Schwestern beistehen.“

Erst Anfang Februar hatte der Generalsekretär des Europarates, Thorbjørn Jagland, in Begleitung des türkischen Justizministers Ergin syrische Flüchtlinge in der Türkei besucht. In Hatay würdigte Jagland den Einsatz der Türkei als „ein Beispiel für andere Nationen“.  Obschon die Kapazitätensgrenzen in der Türkei bereits hart an der Grenze liegen bzw. nicht selten auch schon in einzelnen Bereichen überschritten wurden, hat die Türkei ihre Grenzen für syrische Flüchtlinge nach wie vor offen. Aktiv greift die türkische Regierung den Hilfesuchenden unter die Arme. Bietet ihnen kostenlose medizinische Versorgung (mehr hier), hilft bei ersten Schritten hin zu demokratischen Verhaltensweisen (mehr hier) oder hält die Möglichkeiten für junge Leute offen, die zum Beispiel ein Studium fortsetzen möchten.

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