UNESCO: Türkei will 2014 der Schriftstellerin Halide Edip Adıvar gedenken

Die nationale UNESCO-Kommission der Türkei hat beschlossen, das Jahr 2014 als Gedenkjahr für die türkische Schriftstellerin, Autorin und Intellektuell Halide Edip Adıvar vorzuschlagen. Das Ansinnen soll bereits an das UNESCO-Büro übermittelt worden sein.

Die nationale türkische UNESCO-Kommission hat bei ihrem Anliegen den 50. Todestag der bekannten türkischen Autorin Halide Edip Adıvar im Blick. Aus diesem Anlass, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, wolle man ihr nun auf ganz besondere Weise gedenken. Zudem sei es das erste Mal, dass von Seiten der Türkei der Name einer Frau gen UNESCO vorgeschlagen werde.

Adıvar war türkische Schriftstellerin und feministische Politikerin. Viele ihrer Romane kritisierten den niedrigen sozialen Status türkischer Frauen. Diese, so ihre Analyse, fühlten sich in ihrer Situation oftmals nicht nur gefangen, sondern schienen gleichzeitig kapituliert zu haben. Insgesamt, so das Ergebnis von Adıvar, herrschte ein Mangel an Interesse, das eigene Leben überhaupt zu ändern.

Neben Halide Edip Adıvar reichte die Kommission noch weitere Vorschläge ein. Zur Debatte stünden demnach der 450. Todestag des türkischen Miniaturkünstlers Matrakçı Nasuh, der 100. Todestag des krimtatarischen Intellektuellen, Pädagogen, Verlegers und Politikers Gaspıralı İsmail sowie der 200. Geburtstag des Museums für Islamische Kunst.

Halide Edip Adıvar wurde 1884 in Istanbul geboren, wo sie an 9. Januar 1964 auch verstarb. Die türkische Dichterin, Revolutionärin, Offizierin, Professorin und Parlamentarierin gilt als  eine der bedeutendsten türkischen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Als eine der ersten türkischen Frauen strebte sie eine berufliche Karriere als Lehrerin an. Für Aufsehen sorgte sie zudem während der Revolution von 1908. Damals sprach sie als eine der ersten türkischen Muslimas auf öffentlichen Kundgebungen. Zu jener Zeit kam ihr Handeln einer Sensation und einer Provokation gleichermaßen für konservative Glaubensbrüder gleich. Als Autorin mahnte sie sofortige Bildungs- und Sozialreformen an. Die türkische Soziologin Pınar Selek wurde vor kurzem zu lebenslanger Haft verurteilt (mehr hier).

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