Weg frei für PID: Test auf schwere Erbkrankheiten am Ungeborenen künftig erlaubt

Gentests an Embryonen sind künftig erlaubt, wenn Paare eine Veranlagung zu schweren Erbkrankheiten aufweisen. Die Bundesregierung möchte dieses Verfahren jedoch begrenzt halten, es werde nur vereinzelt PID-Zentren geben.

Das Bundeskabinett stimmte am Dienstag für die Rechtsverordnung zur Regelung der Präimplantationsdiagnostik (PID). Danach dürfen Paare künftig Gentests an künstlich erzeugten Embryonen durchführen. Allerdings sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen.

Erlaubt sind Gentests nur dann, wenn mindestens ein Elternteil eine Veranlagung für eine schwere Erbkrankheit aufweist oder eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Tot- oder Fehlgeburt besteht. Außerdem müssen sich die Eltern dazu verpflichten, sich vorher professionell beraten zu lassen. Eine Ethikkommission soll im Einzelfall prüfen, ob eine PID vorgenommen werden darf. Diese Kommission besteht aus vier Medizinern, einem Ethiker oder Theologen sowie aus Vertretern der Patienten- und Behindertenverbände.

Allerdings ist die Bundesregierung bestrebt, das Verfahren klein zu halten: Die Anzahl der PID-Zentren werde begrenzt, heißt es einem Bericht des Ärzteblatts zufolge. Desweiteren soll kein Rechtsanspruch auf die Zulassung eines solchen Zentrums gewährt werden. Ob eine Institution für die Durchführung von PIDs gebaut werden darf, entscheide einzig und allein die vorhandene Nachfrage.

Um den Ländern ausreichend Vorbereitungszeit zu überlassen, tritt die Verordnung erst 2014 in Kraft. Das Diagnoseverfahren betreffe nur wenige Personen in Deutschland, sagte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Jedoch gebe es nun endlich „Rechtssicherheit für betroffene Paare und alle Beteiligten“.

Die Kirchen und der Deutsche Ethikrat kritisieren das Verfahren der PID, da die im Reagenzglas erzeugten Embryonen gegebenenfalls noch vor der Verpflanzung in den Mutterleib vernichtet werden, sollten sie Hinweise auf Erbkrankheiten aufweisen.

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