Kaukasus: Moskau tötet 50 Salafisten in zwei Monaten

Der russische Geheimdienst, FSB, verkündet, dass seit Jahrebeginn insgesamt 50 islamische Fundamentalisten durch Spezialkräfte getötet wurden. Doch man müsse eine Doppelstrategie führen, um den Salafismus eindämmen zu können. Dazu gehöre neben bewaffneten Aktionen, auch die Öffentlichkeitsarbeit.

Im Jahr 2013 wurden im Nordkaukasus 50 radikale Islamisten und 14 weitere „Warlordsvon russischen Sicherheitskräften getötet. Weitere 66 „Banditen“ wurden inhaftiert. Der radikale Islamismus verzeichne im Nordkaukasus einen Aufwärtstrend. Doch auch in anderen ehemaligen Sowjetrepubliken schließen sich immer mehr junge Männer den Salafisten an. „Dazu gehören die Regionen des Ural, der Wolga und Sibirien“, zitiert RiaNovosti den Chef des russischen Inlandsgeheimdienstes (FSB), Alexander Bortnikow.

Präzisere Aussagen zu den genannten Regionen wollte er nicht machen. Die Situation der betroffenen Regionen sei durch den FSB „gründlich“ untersucht worden. Deshalb werde man eine Erneuerung der Terrorbekämpfungs-Programme vorantreiben. Moskau ist entschloßen gegen salafistische Gruppen vorzugehen. Anfang Februar 2013 kam es in St. Petersburg zu einer Großrazzia gegen radikale Islamisten in verschiedenen Vierteln Stadt. 271 Salafisten sollen den Berichten der BBC zufolge festgenommen worden sein. Die russische Internet-Zeitung, gazeta.spu.ru, berichtet von 700 Festnahmen.

Der FSB-Chef sagt auch, dass zur Terrorbekämpfung auch die Öffentlichkeitsarbeit der Regionalregierungen gestärkt werden müsse, um salafistischen Ideen entgegenzutreten. Doch die von Moskau unterstützten regionalen Autoritäten gelten bei der Bevölkerung als einheimische Despoten. So auch der tschetschenische Präsident, Ramzan Kadyrow, zu dem im Übrigen nicht nur Putin, sondern auch Gérard Depardieu ein gutes Verhältnis hat (mehr hier).

Kadyrow werden von internationalen Menschenrechtsorganisationen eine Reihe von politischen Morden, unter anderem an der russischen Menschenrechtsaktivistin Natalja Estemirowa, angelastet. Er soll Estemirowa vor ihrem Tod mehrmals bedroht haben. Die Aktivistin arbeitete für die russische Menschenrechtsorganisation Memorial und sammelte Beweismaterial über Menschenrechtsverletzungen russischer und tschetschenischer Sicherheitskräfte in Tschetschenien.

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