Hürriyet: Betriebsrat stellt sich gegen mögliche Entlassung von Mitarbeitern

Der Betriebsratsvorsitzende der Doğan Media Int. GmbH, Naki Çolak, sagt: Die Europaausgabe der Hürriyet braucht eine Redaktion mit Mitarbeitern vor Ort. Der deutsch-türkische Hintergrund sei entscheidend. Nur so könne man die Zielgruppe der Deutsch-Türken erreichen. Eine Auflösung der Redaktion unterstütze er nicht.

Die in Mörfelden-Walldorf beheimatete Europaredaktion der Tageszeitung „Hürriyet“ wird zum 1. März 2013 ihre Arbeit einstellen und soll aufgelöst werden. Die von der Arbeitslosigkeit bedrohten 56 Mitarbeiter sind angestellt bei der Doğan Media Int. GmbH, welche die Veröffentlichungsrechte der Hürriyet auf dem europäischen Markt inne hat. Die Geschäftsführung des in Istanbul ansässigen Unternehmens Hürriyet A.S, hat sich dazu entschieden, die Inhalte der Europaausgabe der Tageszeitung von der Redaktion in Istanbul ausarbeiten zu lassen. Die Doğan Media Int. GmbH und eine Niederlassung von Hürriyet A.S. sind ebenfalls in Mörfelden-Walldorf ansässig. Die Hürriyet A.S. betreibt dort eine Druckzentrum. Für beide Unternehmen gibt es eine Geschäftsführung.

Der Betriebsratsvorsitzende der Doğan Media Int. GmbH, Naki Çolak, sagt, dass die Hürriyet in Deutschland weiter vertrieben werde. Auch die Angestellten der Außenbüros in Berlin, Hamburg, München und Köln sollen weiterhin aktiv bleiben. Er könne es jedoch nicht nachvollziehen, wie nicht-deutschsprachige Redakteure aus Istanbul die nachrichtlichen Inhalte der Europaausgabe der Hürriyet erfolgreich bestimmen sollen. „Deutsche Sprachkenntnisse sollte man mitbringen, um die Zielgruppe der Deutsch-Türken erreichen zu können“, meint Naki Çolak im Gespräch mit den DTN.

Auf die Nachfrage, was die Herausgeber der Hürriyet in Istanbul dazu bewogen habe die Redaktion in Mörfelden-Walldorf aufzulösen, antwortet Çolak, dass diese Entscheidung finanzieller Natur gewesen sei. „Doch wenn Einsparungen unumgänglich sind, muss das mit dem Betriebsrat rechzeitig besprochen werden, um Wege aus der Krise zu finden. Man kann nicht die jahrelangen Versäumnisse der Geschäftsführung von Heute auf Morgen auf die Belegschaft umwälzen“, so Çolak. Denn sie können am wenigsten für den Auflagenrückgang und den Anzeigenschwund. Auch die Geschäftsführung müsse in die Verantwortung gezogen werden.

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